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Holsteinischer Courier

21. November 2017 | 20:30 Uhr

Neumünster : Polizei klärt Einbruchserie auf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein 33-jähriger Drogenabhängiger soll fast 60 Gartenlauben aufgebrochen haben. Sein Prozess beginnt im November.

von
erstellt am 26.Okt.2017 | 07:30 Uhr

Neumünster | Die Kriminalpolizei in Neumünster konnte eine Serie von Laubenaufbrüchen aufklären. Einem 33-jährigen Mann konnte eine ganze Reihe von Taten nachgewiesen werden.

Zwischen März und Juli hatte die Polizei einen deutlichen Anstieg der Zahl von Laubenaufbrüchen festgestellt. Insgesamt 90 Fälle wurden angezeigt. Das war ungewöhnlich, bestätigt Polizeisprecherin Wenke Schmüser, denn normalerweise sei es im Frühjahr und Sommer eher ruhig. Nur ein Viertel der Laubeneinbrüche in Neumünster werden im Sommer registriert. Erst in der dunklen Jahreszeit steige die Zahl gewöhnlich an. Besonders oft heimgesucht wurden die Gartenkolonien im Bereich der Wasbeker Straße. Gestohlen wurden zumeist Lebensmittel, Werkzeuge und Elektrogeräte. Es entstand ein Gesamtschaden von rund 15 000 Euro.

Die Festnahme des 33-Jährigen, der auf diesem Wege seinen Drogenkonsum finanzierte, gelang bereits im Juli. Ein Pärchen beobachtete Fledermäuse im Brachenfelder Gehölz und ertappte den Mann, als er sich Zutritt zu einer Laube verschaffte, und alarmierten die Polizei. Die Beamten konnten den Mann an Ort und Stelle dingfest machen. Aufgrund von Spuren, die die Polizei an anderen Tatorten gesichert hatte, konnte ihm der größte Teil der Taten aus der Einbruchserie – rund 60 Delikte – nachgewiesen werden. Der Mann sitzt jetzt in Untersuchungshaft, nachdem er auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel dem Haftrichter vorgeführt worden war. Im kommenden Monat soll ihm der Prozess gemacht werden.

Dass es fast drei Monate brauchte, bis die Polizei mit ihrem Erfolg an die Öffentlichkeit geht, begründet Schmüser mit den aufwändigen Ermittlungen, die einsetzten, nachdem der Mann gefasst worden war. Denn es habe viel Zeit gebraucht, ein komplettes Lagebild zusammenzutragen und übereinstimmende Tatmuster zu identifizieren. Allein das Auswerten von DNA-Proben dauere bis zu einen Monat, erläutert sie. Und Spuren waren angesichts der hohen Zahl von Einbrüchen in den Kolonien Heinrich-Förster, West, Glückauf und Frühlingslust reichlich gesichert worden. Erst Anfang Oktober waren die Erkenntnisse so wasserdicht, dass der polizeibekannte 33-Jährige zu der Einbruchserie vernommen werden konnte. Mit den ebenfalls in diesem Jahr registrierten Laubenbränden hat der Mann nach Polizeiangaben nichts zu tun.

Die Polizei rät grundsätzlich dazu, keine Wertsachen in den Lauben zu lassen und diese auch bei kurzer Abwesenheit abzuschließen. Verdächtige Beobachtungen können jederzeit unter Tel. 110 gemeldet werden.

In der Gartenkolonie Glückauf ist der Gemeinschaftsleiter Peter Holtorf „froh, dass der Täter überführt zu sein scheint. Jetzt haben wir hoffentlich erstmal Ruhe“. Sieben Einbrüche gab es allein hier in den vergangenen Monaten, zuletzt am 31. August, als auch Feuer gelegt wurde. Dieser Fall geht aber offensichtlich auf des Konto eines anderen Täters, denn der jetzt verdächtigte 33-Jährige saß da schon in Untersuchungshaft. Heimgesucht wurden in Glückauf zumeist verlassene Lauben ohne Pächter. 40 der 120 Parzellen sind dort verwaist. Holtorf: „Eigentlich ist da nichts zu holen.“

Der Schaden ist natürlich da und stellt die Kleingartengemeinschaft vor Probleme. „Eine Parzelle mit beschädigter Laube kann man nur schwer verpachten“, sagt Peter Holtorf. Für Hansheinrich Gräfe, den Vorsitzenden im Kreisverein der Kleingärtner, sind Laubenaufbrüche immer mal wieder ein Thema. Er nennt das Problem: „Oftmals kennen die Kleingärtner gar nicht die Nachbarpächter und scheuen
sich, verdächtige Beobachtungen zu melden. Es wird anonymer, wie in einem Hochhaus.“

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