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Landtagswahlkampf in Neumünster : Polizei-Großaufgebot sichert AfD-Auftritt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadthalle war für die Veranstaltung mit Guido Reil weiträumig abgesperrt. Im Saal waren schließlich 40 AfD-Anhänger, draußen 40 Gegner.

Neumünster | Es war nicht der Ausnahmezustand wie in Köln, wo 4000 Polizisten an diesem Wochenende den AfD-Parteitag schützen. Aber auch in Neumünster war am Freitag Sicherheitsstufe 1 angesagt. Eine Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei aus Eutin sicherte mit den hiesigen Kräften der Polizeidirektion den Auftritt von AfD-Mann Guido Reil in der Stadthalle.

Die war mit sogenannten Hamburger Gittern großräumig so abgesperrt, dass nur zwei kontrollierte Zugänge blieben. Auch in den Teichuferanlagen patrouillierten Polizisten. Ohne vorherige Anmeldung beim AfD-Landesverband wurde kein Besucher in die Stadthalle eingelassen. Wer mit dem Auto anreiste, wurde in die Tiefgarage geleitet. Das Museum Tuch + Technik und die Gastronomie mussten sogar vorzeitig schließen.

Die Sicherheitsmaßnahmen waren nicht ganz unbegründet. Auf Reils Wagen und Haus in Essen war am Freitag ein Anschlag verübt worden. Unbekannte hatten die Scheiben seines Autos eingeworfen und „Arbeiterverräter“ an die Garagenwand gesprüht. Reil war früher Mitglied der SPD, tritt nun aber mit dem Motto „Der Steiger kommt“ als Ruhrpottkumpel für die AfD auf.

Die Antifa hatte in Kiel, Lübeck und Neumünster mit dem Slogan „Keinen Raum der AfD“ dazu aufgerufen, „dass der Wahlkampf der AfD auch weiterhin nicht ungestört stattfinden kann“. Guido Reil hatte hingegen auf Facebook gepostet, dass er sich nicht einschüchtern lasse. „Selbstverständlich findet die Veranstaltung mit mir statt“, so der Eintrag. Reil hielt Wort, stellte seinen Wahlkampfbus sogar zunächst demonstrativ auf dem Kleinflecken ab, parkte dann aber doch noch um. Auch die AfD-Gegner kamen mit Transparenten und skandierten Schmährufe („AfD – Faschistenpack, wir haben euch zum Kotzen satt“). Insgesamt blieben aber beide Seiten sehr überschaubar. Im Saal der Stadthalle waren es schließlich etwa 40 AfD-Anhänger, draußen vor der Stadthalle 40 AfD-Gegner. Am stärksten vertreten war die Polizei, die die Situation bis zum späteren Abend voll im Griff hatte.

Hätte man die Veranstaltung nicht verhindern können? „Nein. Wir sind eine öffentliche Einrichtung und können eine solche Anfrage nicht einfach ablehnen“, sagte Hallengeschäftsführer Dirk Iwersen mit Bedauern.

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erstellt am 22.Apr.2017 | 07:30 Uhr

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