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Anwürfe und Beleidigungen : Polizei beklagt fehlenden Respekt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Innenminister Breitner besuchte gestern das 1. und 2. Polizeirevier. Im Herbst beginnen die Arbeiten für den Neubau am 1. Revier

Neumünster | „Polizeibeamter ist ein risikoreicher Beruf, für den man sich bewusst entscheidet“, sagte Andreas Breitner. Der Innenminister stattete nur einen Tag nach seiner Visite beim Verkehrsüberwachungsdienst gestern auch dem 1. und 2. Polizeirevier einen Besuch ab, um sich „ohne langen Dienstweg“ die Sorgen und Nöte der Beamten vor Ort anzuhören.

Dabei kamen Kleinigkeiten wie der fehlende dritte PC in der Polizeistation Wittorf zur Sprache. Schwerwiegender ist die hohe Belastung bei Einsätzen am Wochenende, etwa bei Fußballspielen, auf die der stellvertretende Personalratsvorsitzende Ulrich Bahr hinwies.

Eins fiel dem Innenminister selbst auf: „In Neumünster fehlt oft der Respekt gegenüber Polizeibeamten.“ Es gebe hier deutlich mehr Beschimpfungen und Anwürfe als anderswo. „Die Sozialstruktur in Neumünster ist schwierig. Das merkt die Polizei zu allererst“, bestätigte Revierleiter Hartwig Puhlmann diesen Eindruck und schilderte einen besonders krassen Fall. Im Mai waren zwei junge Kollegen von einem unter Drogen stehenden Mann durch Schläge, Tritte und Bisse verletzt worden. Der Mann gab an, HIV-infiziert zu sein.

„Das belastet natürlich sehr“, sagte Puhlmann und nannte auch Fälle von häuslicher Gewalt. Insgesamt habe sich die Sicherheitslage aber nicht verschlechtert. „Die Kriminalitätsbelastung ist in Neumünster nicht außergewöhnlich hoch“, so Puhlmann. Die Polizei sieht er mit den beiden Revieren an der Alemannenstraße (65 Beamte) und am Hansaring (55 Polizisten), der Wache in der Zentralen Gemeinschaftsunterkunft und den fünf Polizeistationen in Gadeland, Wittorf, Faldera, Tungendorf und Einfeld organisatorisch gut aufgestellt. Puhlmann: „Ein Riesenrevier für Neumünster wäre nicht gut.“

Gute Nachrichten gab es in Sachen Neubau beim 1. Polizeirevier an der Alemannenstraße. Es erhält einen neuen Wachbereich mit Gewahrsamszellen. Die fehlen in der Stadt, seitdem das Revier aus der Parkstraße an die Alemannenstraße umzog. Der 320 Quadratmeter große Neubau wird an das bestehende Stabsgebäude angebaut. Dafür wird das alte Wachgebäude abgerissen und die Wache vorübergehend in Containern untergebracht. Sie sollen im November bezugsfertig aufgestellt sein. Die Ausschreibung für die Gewerke laufen, sagte Barbara Müller von der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein. Die GMSH ist Bauherr für den 871 000 Euro teuren Neubau, der Ende 2015 fertig sein soll.

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erstellt am 06.Aug.2014 | 07:30 Uhr

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