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Immanuel-Kant-Schule : Politiker stellen sich Schülerfragen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rechtzeitig vor der Landtagswahl hatte die Politik-AG der Kant-Schule Abgeordnete und einen Kandidaten zur Podiumsdiskussion eingeladen.

Neumünster | So nah waren viele Schüler ihren Landespolitikern noch nie. Gestern Vormittag konnten rund 300 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren in der Aula der Immanuel-Kant-Schule bei einer Podiumsdiskussion fünf Landtagsabgeordnete sowie einen Kandidaten hautnah erleben – und sogar selbst Fragen stellen oder Anmerkungen machen. Organisiert hatten diese Aktion zehn Oberstufenschüler gemeinsam mit ihrem Lehrer Nis Olaf Popp. Die Jugendlichen gehören alle zur Politik-Arbeitsgemeinschaft (AG). Ihr Anliegen: „Wir wollen dem Populismus etwas entgegensetzen und mit politischen Themen fundiert auf junge Mitschüler zugehen. Immerhin sind viele hier schon über 16 Jahre und dürfen bei der Landtagswahl ihre Stimme abgeben“, erklärten Jakob Jacobsen (17), Paul Lojewski (17) und Finn Tobit Stolte (15) vom Organisationsteam.

Erst im vergangenen Sommer war ihre Politik-AG „eigentlich aus reiner Diskutierfreude“ ins Leben gerufen worden. Im Herbst entstand die Idee für eine Podiumsdiskussion rechtzeitig zur Landtagswahl. Mit Hilfe ihres Lehrers schrieben sie die Parteien an, die auch im Landtag vertreten sind – und alle schickten gestern ihre Vertreter.

Für die CDU saß Tim Brockmann auf dem Podium. Er ist zwar noch kein Abgeordneter, kandidiert aber für Plön/Ostholstein. Wolfgang Dudda war für die Piraten dabei, Kirsten-Eickhoff-Weber vertrat die SPD. Dr. Heiner Garg (FDP) war spontan für Wolfgang Kubicki eingesprungen, der wegen eines Termins in Köln verhindert war. Und Eka von Kalben (Bündnis 90/Die Grünen) saß neben Jette Waldinger-Thiering (SSW) auf dem Podium.

Moderiert wurde die Fragerunde von den Schülern Lilli Funke und Jakob Jacobsen. Drei Themenkomplexe hatte die Politik-AG ausgearbeitet. „Wir haben uns an aktuellen Probleme gehalten, die aber jüngere Wähler betreffen“, erläuterte Jakob. Anderthalb Minuten hatte jeder Redner Zeit zu antworten. Das wurde von den Schülern Michael Tschupyra (18) und Paul Lojewski genau kontrolliert. Dann ertönte eine Glocke, nach einer weiteren halben Minute drohte das Aus für das Mikrofon.

Das erste Thema war eher zum Warmlaufen: Es ging um die Schulden des Landes und vor allem die teure HSH-Nordbank. Auch wenn es kontroverse Standpunkte der Politiker gab, regte diese Thematik das junge Publikum nicht zu Nachfragen an. Anders war das bei den beiden folgenden Komplexen. Als es um die Integration von Flüchtlingen ging, hakten die jungen und zukünftigen Wähler durchaus nach. Und auch die Problematik des Abiturs nach 8 oder 9 Jahren (G8/G9) regte zu Wortbeiträgen über mögliche Unterforderung in Gemeinschaftsschulen und zu kurze Gymnasialzeiten an.

Nach 90 Minuten war definitiv Schluss – zum Bedauern manches Schülers und auch der Politiker. Ganz besonders interessiert an der Kant-Schule waren auch im Anschluss noch Tim Brockmann und Wolfgang Dudda. Beide waren selbst vor Jahren zur Kant-Schule gegangen. „Wo heute die Aula ist, hab ich noch Sportunterricht gehabt“,
stellte der CDU-Politiker Brockmann staunend fest. Und auch Kirsten Eickhoff-Weber hatte ihre eigenen
Erinnerungen: Ihre Kinder sind zur Kant-Schule gegangen.

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erstellt am 03.Feb.2017 | 08:30 Uhr

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