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Wegen der Flüchtlinge : Politiker sorgen sich wegen einer „Bürgerwehr“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei Facebook wird schon Begleitschutz in Neumünster angeboten.

von
erstellt am 05.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Neumünster | Für ein gehöriges Erschrecken sorgte im Hauptausschuss am Dienstag eine beiläufig geäußerte Bemerkung von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras. Er hatte gesagt, im Stadtteil Ruthenberg gebe es eine „starke Radikalisierung“ wegen der geplanten Unterkunft für jugendliche Flüchtlinge an der Slevogtstraße und: „Es gibt natürlich auch Unruhe im Internet, es wird sogar schon von der Gründung einer ,Bürgerwehr’ gesprochen“, sagte Tauras.

Davon hatten die meisten Kommunalpolitiker auch schon gehört; entsprechende Äußerungen waren die Folge. „Das müssen wir im Keim ersticken. Wir brauchen keine Bürgerwehren. Dass die Lage in Neumünster ziemlich ruhig ist, ist das Verdienst der Polizei. Die macht einen sehr guten Job“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Döring und erntete dafür viel Zustimmung.

In einer Gruppe im Internet-Portal Facebook wird bereits geworben: „An alle Neumünsteraner Bürger, heute wende ich mich an alle die sich nicht mehr sicher und ungeschützt fühlen. Oder einfach etwas machen wollen, um diese Mißstände zu beheben. In Neumünster ist eine Bürgerwehr in Planung. Bei Interesse über eine Mitarbeit, nur ehrenamtlich möglich, oder aber schon jetzt den Begleitservice zu nutzen, wenden Sie sich bitte an folgende E-Mail Adresse: ...“, heißt es dort wörtlich.

An anderer Stelle liest es sich so, als könne man bereits eine Dienstleistung nutzen: „Zur Zeit beschränkt sich unser Leistungsumfang auf Begleitung für Menschen die sich unsicher fühlen. Vom Arbeitsplatz zum Auto oder dem Nahverkehr. Zur Zeit werden wir aktiv sobald wir angefordert werden. Ab ca. Mitte Februar werden wir sichtbar auf dem Großflecken mit fünf Vier Mann Teams präsent sein.“

Den Verkauf des Grundstücks mit dem ehemaligen Jugendheim an der Slevogtstraße 31 an einen freien Jugendhilfeträger hat Oberbürgermeister Tauras vorläufig gestoppt (der Courier berichtete). Nun scheint eine Unterbringung für unbegleitete junge Flüchtlinge an der Brachenfelder Straße geplant zu sein.
 

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