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Holsteinischer Courier

12. Dezember 2017 | 19:15 Uhr

Grossflecken : Politik will die große Lösung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Planungsausschuss will komplette Neupflasterung des Platzes als Option weiter verfolgen. OB und Verwaltung: Das ist nicht notwendig

von
erstellt am 04.Feb.2017 | 06:00 Uhr

Neumünster | Die Verwaltung plädiert bei der geplanten Neugestaltung des Großfleckens weiter für die kleine und kostengünstige Lösung. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras warb am Donnerstagabend im Planungs- und Umweltausschuss nochmals dafür, nur Teile des Platzes neu zu pflastern. Die Mehrheit der Politiker sah das anders: Sie will, dass die Möglichkeit einer kompletten Neupflasterung offen bleibt.

„Die Bürger erwarten zu Recht, dass wir die Begehbarkeit und Überquerbarkeit verbessern“, sagte Tauras. Das bedinge aber nicht zwingend eine komplette Neupflasterung, so Tauras: „Das kostet, und das dauert.“ Viele, insbesondere der Einzelhandel, wollten nicht, dass der Großflecken lange zur Baustelle wird.

SPD-Ratsfrau Franka Dannheiser argumentierte dagegen. Es bleibe der Stadt gar nichts anderes übrig, als das Pflaster auszutauschen, um die in der Erklärung von Barcelona ausgesprochene Selbstverpflichtung zur behindertengerechten Barrierefreiheit zu erfüllen. Der SPD-Antrag sieht vor, die „komplette Neupflasterung der Platzfläche mit dem vorhandenen Großpflaster, allerdings mit geschliffenem Kopf und begradigten Kanten, zu prüfen“ – und fand einmütige Zustimmung.

„Auch wir sind dafür, eine Neupflasterung weiter in der Überlegung zu halten“, machte Thomas Michaelis (CDU) deutlich. Die vergleichende Zusammenstellung des alten Ratsbeschlusses von 2014 mit den städtebaulichen Entwürfen der Planungsbüros und den Ergebnissen einer Bürger-Planungswerkstatt sind als Maßnahmenkatalog in eine Übersichtskarte eingeflossen. Mit den zumeist einstimmig verabschiedeten Ergänzungen von CDU und SPD bilden sie die weitere Grundlage der Planung – wenn denn die Ratsversammlung das am 14. Februar genauso sieht und verabschiedet.

Einen kleineren Streit gab es im Ausschuss nur über Detailfragen, etwa ob die Idee einer zusätzlichen Brücke über den Teich weiter verfolgt werden soll. Der Planungsausschuss sagte mit knapper Mehrheit: Ja.

Beim Faktor Zeit sind die Auffassungen allerdings nur schwer auf einen Nenner zu bringen. Thomas Michaelis kritisierte zwar, dass seit mehr als zwei Jahren in Sachen Großflecken nichts passiert sei. Andererseits will sich die CDU noch nicht auf ein Pflaster festlegen. „Es geht um Jahrzehnte für Neumünster. Ich bin nach den Erfahrungen dafür, das nicht zu überstürzen“, sagte Thomas Michaelis. Ein Vorschlag von Helga Bühse (CDU), sich Pflaster in anderen Städten anzuschauen, fand jedoch keine Mehrheit. Franka Dannheiser: „Wir haben keine Zeit mehr, müssen in die Socken kommen und Pflöcke einschlagen.“

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