Neumünster : Politik will AEG-Areal beleben

Das Luftbild zeigt die Fläche, um die es in dem städtebaulichen Rahmenplan geht, links ist die Christianstraße, rechts verläuft der Ring (Goethestraße), unten links die Anscharstraße .
Das Luftbild zeigt die Fläche, um die es in dem städtebaulichen Rahmenplan geht, links ist die Christianstraße, rechts verläuft der Ring (Goethestraße), unten links die Anscharstraße .

Auf dem Industrieareal sollen Wohnen, Gewerbe und Handwerk ermöglicht werden. Davon könnte auch das Vicelinviertel profitieren.

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13. Juli 2018, 08:00 Uhr

Vor mehr als zwei Jahren wurde das ehemalige AEG-Gelände verkauft, seitdem liegt es im Dornröschenschlaf. Wo noch in den 1980er-Jahren bis zu 2000 Menschen ihren Lebensunterhalt verdienten, herrscht seit langem gähnende Leere in ehemaligen Bürogebäuden und Produktionsbereichen. Jetzt endlich könnte Schwung in die Sache kommen. Die Ratsversammlung hat einen städtebaulichen Rahmenplan in Auftrag gegeben.

So ganz aus dem Blauen kommt dieser auf Initiative der SPD-Fraktion beschlossene Arbeitsauftrag an die Verwaltung offenbar nicht. Bernd Heilmann, Fachdienstleiter für Stadtplanung, bestätigt, dass es zwischen dem Käufer, der Firma May & Co aus Itzehoe, und der Stadt bereits zahlreiche Gespräche über die Zukunft des Geländes gegeben habe. Dabei ist es kein Geheimnis, was sich die Stadt wünscht: eine Mischung aus Dienstleistung und Wohnen.

Das findet sich jetzt auch im Ratsbeschluss wieder. Darin heißt es, der Rahmenplan für das 22 500 Quadratmeter große Areal solle die Verbindung modernen Wohnens mit Gewerbe und Handwerk umfassen. Dabei sollten verschiedene Wohnformen ebenso berücksichtigt werden wie der soziale Wohnungsbau. Zudem könnte das zukünftige Quartier ins Grünflächenkonzept der Stadt und in das „integrierte Stadtentwicklungskonzept“ eingebettet werden.

Nicht von ungefähr bezeichnet die SPD das Areal zwischen dem Handelsschwerpunkt in der Innenstadt, der östlichen Klosterstraße und dem Vicelinviertel als „Quartier mit Anziehung“. Denn neben der Belebung der ungenutzten Fläche versprechen sich die Ratspolitiker von der Mischung aus Wohnen, Handel, Gewerbe und Handwerk auch neue Impulse für das benachbarte Vicelinviertel. Bei der Planung sollten die beiden Quartiere durch Wege miteinander verknüpft und auch soziale Aspekte berücksichtigt werden, begründete SPD-Ratsherr Axel Westphal-Garken den Beschluss, einen städtebaulichen Rahmenplan für das innerstädtische Industrie-Areal erstellen zu lassen.

Das AEG-Werk war im Jahr 1947 als Schaltgerätefabrik gegründet worden. 1985 wurde die AEG von Daimler Benz, zehn Jahre später dann von GE übernommen. Da zählte das Unternehmen noch 980 Beschäftigte, danach ging es weiter bergab. Der Tiefpunkt war 2013 erreicht, als GE die Produktion nach Polen verlagerte. Nur 40 Arbeitsplätze waren übrig geblieben. Dieser kleine Rest zog dann in den Gewerbepark an der Tungendorfer Straße.

Welche konkreten Vorstellungen der Investor für das Gelände hat und inwieweit die Vorstellungen denen der Stadt entsprechen, ist unklar. Eine entsprechende Courier-Anfrage blieb bis gestern unbeantwortet. Doch selbst, wenn die alten Fabrikgebäude in Gänze abgerissen werden sollten, eines wir bleiben: das prägnante Pförtnerhäuschen des AEG-Werkes am Berliner Platz. Das steht nämlich unter Denkmalschutz.

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