Neumünster : Politik: Tierheim Wasbek ist zu teuer

Der Vertrag mit dem Tierheim in Wasbek läuft noch bis Juli.
Der Vertrag mit dem Tierheim in Wasbek läuft noch bis Juli.

CDU und SPD fordern ein Tierheim in Neumünster. Verwaltung will vor Betriebserlaubnis erst den Rechtsstreit beenden.

shz.de von
15. Februar 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | CDU und SPD machten sich bei der Ratsversammlung am Dienstag erneut dafür stark, den Jahresvertrag mit dem Tierheim Wasbek im Juli auslaufen zu lassen und wieder ein Tierheim in Neumünster zu öffnen. Begründung: „Die Stadt bezahlt gut doppelt so viel für die Unterbringung von Fundtieren in Wasbek wie zu damaliger Zeit in Neumünster“, sagte Gerd Kühl (CDU). Die Verwaltung koppelt aber eine Betriebserlaubnis für ein Tierheim am Stadtwald an den Abschluss eines neuen Pachtvertrags.

Die CDU hat die Verwaltung im Rahmen einer Großen Anfrage auflisten lassen, wie viel sie innerhalb das ersten Jahres für das Wasbeker Tierheim bezahlen muss. Es wird mit 64 000 Euro bis Ende Juli gerechnet, 30 000 Euro davon werden pauschal für ein funktionsfähiges Tierheim gezahlt, also dafür, dass Gebäude und Personal bereitgestellt werden. Die restlichen 34 000 Euro entfallen auf die Fundtier-Unterbringung. Welche Kosten tatsächlich dafür anfallen, wird im Nachhinein ermittelt. Wurde zu viel ans Tierheim Wasbek bezahlt, muss dieses die entsprechenden Beträge zurückbezahlen. Die Tierauffangstelle habe seinerzeit für ein Jahr eine Pauschale als Entschädigung für die Arbeitsaufwendungen in Höhe von 31 000 Euro erhalten. Eine Abrechnung der tatsächlich untergebrachten Fundtiere gab es aber nie.

Volker Andresen (SPD) machte deutlich, dass ein Oberzentrum wie Neumünster auch ein Tierheim haben müsse. Das sieht Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras anders: „Wir haben ein Tierheim, das steht in Wasbek“, betonte er und lobte die Arbeit des dortigen Vereins. Die Veterinäraufsicht der Stadt habe wegen erheblicher Mängel an Bauten, in der Hygiene und beim Personal die Tierauffangstelle Neumünster damals geschlossen. „Da ist viel Vertrauen kaputt gegangen“, so Tauras. Daher sei aus seiner Sicht ein Neumünsteraner Tierheim nur in drei Schritten möglich: Zunächst müsse man den Rechtsstreit beenden. Das könne durch einen neuen Pachtvertrag geschehen, der den Erbpachtvertrag ersetzt. Erst dann könne man über die Betriebserlaubnis und über die Kooperation bezüglich der Fundtiere reden. „Ich könnte am 1. März, spätestens 1. April starten, wir haben den Antrag auf eine Betriebserlaubnis gestellt, deren Erteilung nicht an den Pachtvertrag gekoppelt ist“, sagte Stephanie Jette Uhde, Leiterin des Tierheims Neumünster. Auch ein Baukonzept sei erarbeitet. Sie hoffe auf Gespräche auf Augenhöhe, „ich trage keine Verantwortung für vergangene Fehler.“

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