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Stadtplanung : Politik stellt sich gegen Famila-Pläne

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Verbrauchermarkt an der Rendsburger Straße erneut im Bauausschuss

Neumünster | In der mit Spannung erwarteten Debatte um die Baupläne für eine neuen Verbrauchermarkt auf dem ehemaligen Stock-Guss-Gelände zeichnet sich eine Entscheidung ab. Nach der Stadtverwaltung stellt sich jetzt offenbar auch die Politik mehrheitlich gegen das Vorhaben.

Noch im September hatte der Bauausschuss den Bebauungsplan für das ehemalige Gießereigelände vertagt, weil die Verwaltung ihre Vorlage mit einem klaren Nein zum Verbrauchermarkt verknüpft hatte (der Courier berichtete). Die Politik sah noch Beratungsbedarf, wollte vor einer Entscheidung den Grundstückseigner hören und auch das Votum des Stadtteilbeirats Gartenstadt abwarten – das allerdings noch immer aussteht.

Jetzt scheint im Bauausschuss dennoch eine Mehrheit gegen die Baupläne zu stehen: „Wir haben sowohl mit dem Eigner als auch mit betroffenen Mitbewerbern gesprochen, der Markt wäre einfach zu mächtig, die Stadt kann kein weiteres Einkaufszentrum dieser Größenordnung verkraften“, gab Franka Dannheiser, baupolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, gestern als Leitlinie für die Bauausschusssitzung in der kommenden Woche aus. Eine endgültige Entscheidung dürfte ihre Fraktion am kommenden Montag fällen.

Die CDU ist beim Thema Verbrauchermarkt offenbar gespalten. Während sich Teile der Fraktion die Möglichkeiten für einen neuen Verbrauchermarkt offenhalten wollen, verweisen andere auf das Einzelhandelskonzept (EHK) der Stadt, das den Bau eines Verbrauchermarkts in der geplanten Größenordnung mit Rücksicht auf Innenstadt und benachbarte Nahversorgungszentren eigentlich ausschließt.

Allerdings soll das Konzept überarbeitet und angepasst werden. Bereits bei den Ratsentscheidungen zugunsten einer Erweiterung des Modehauses Nortex im vergangenen Jahr waren maßgebliche Regelungen des Konzepts durchbrochen worden. So waren Nortex etwa deutliche Zugeständnisse beim Verkauf so genannter „innenstadtrelevanter Sortimente“ wie Schuhe oder Parfümerie-Artikel gemacht worden.

Auch die Stadt stützt sich bei ihrem Nein zu den Famila-Plänen auf das Einzelhandelskonzept. Die Stadtplaner befürchten, dass der neue Markt allein aufgrund seiner schieren Große zu massiven Wettbewerbsverzerrungen führen und bestehende Lebensmittler im Nahbereich und in der Innenstadt gefährden könnte.

Die Famila-Pläne sehen auf dem rund 32 000 Quadratmeter großen Gelände ein neues Center mit einem rund 4000 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt, angeschlossener Shop-Zone und Discounter (1200 Quadratmeter) sowie einen Parkplatz für rund 500 Fahrzeuge vor. Der Verbrauchermarkt hätte damit eine ähnliche Größenordnung wie das A+B-Center an der Baeyerstraße.

Auch die Pläne für einen 2800 Quadratmeter großen Lebensmittler, den ein Hamburger Investor auf dem Wigger-Gelände an der Kieler Straße bauen möchte, dürften jetzt auf der Kippe stehen. Auch hier pocht die Stadt auf das Einzelhandelskonzept und empfiehlt dem Bauausschuss, die Pläne Pläne abzulehnen.

Der Bauausschuss tagt am Donnerstag, 5. November, um 17.30 im neuen Rathaus.

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erstellt am 28.Okt.2015 | 09:30 Uhr

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