Sommergespräch : Politik interessiert ihn seit der Schule

Über 40 Jahre alt und voller Früchte ist dieser Apfelbaum im Garten von Torsten Klinger. Der 55-Jährige hält sich in seiner raren Freizeit gerne auf seinem 1200 Quadratmeter großen Grundstück auf.
Über 40 Jahre alt und voller Früchte ist dieser Apfelbaum im Garten von Torsten Klinger. Der 55-Jährige hält sich in seiner raren Freizeit gerne auf seinem 1200 Quadratmeter großen Grundstück auf.

Torsten Klinger ist seit 2008 Bürgermeister von Großenaspe und jetzt auch Chef vom Amt Bad Bramstedt-Land. Der Courier sprach mit ihm über Job, Ehrenamt und Freizeit.

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18. Juli 2018, 12:00 Uhr

Grossenaspe | Im Juni wurde Torsten Klinger (CDU) zum dritten Mal zum Bürgermeister von Großenaspe gewählt und das in geheimer Abstimmung mit 100 Prozent der Stimmen von CDU, SPD, FDP und BfB. Klinger ist gebürtiger Großenasper und wohnt auch noch am Schmiedekamp – nur ein paar Häuser entfernt von seinem Geburtshaus. Ganz frisch ist der 55-Jährige auch noch Vorsteher des Amtes Bad Bramstedt-Land und damit Chef von 14 Gemeinden. Was treibt diesen Vollblut-Politiker im Ehrenamt an? Courier-Redakteurin Susanne Otto traf sich mit Torsten Klinger zum Sommergespräch.



Seit wann haben Sie ein ausgeprägtes Interesse an Politik?
Schon in der Schulzeit habe ich mich für die „große“ Politik interessiert. In der Sexta auf der Jürgen-Fuhlendorf-Schule in Bad Bramstedt mochte ich das Fach Geschichte gerne, und sicher haben mich auch die drei Jahre Leistungskurs Geschichte bei Dr. Ulrich March geprägt. In die Lokalpolitik bin ich erst 1992 als bürgerliches Mitglied eingestiegen und in die CDU eingetreten. Hans-Peter Röbke hat mich damals angesprochen. 1994 bin ich Gemeindevertreter in Großenaspe geworden, 2004 bis 2008 war ich stellvertretender Bürgermeister, und seit 2008 bin ich Bürgermeister.

Sie sind selbstständiger Versicherungskaufmann mit eigener Agentur in Großenaspe. Wie lassen sich der Job und das politische Ehrenamt miteinander vereinbaren? Haben Sie einen neuen Schwerpunkt gesetzt?

Jetzt wird es schwierig – als Bürgermeister und Amtsvorsteher. Ich habe die Weichen gestellt und mit Bentje Brammann einen Mitarbeiter in meiner Versicherungsagentur, der ab 1. August Mitinhaber sein wird. Dann habe ich mehr Luft für die Politik. Etwa 25 Stunden pro Woche muss man fürs Bürgermeisteramt rechnen – inklusive der repräsentativen Aufgaben. Wie hoch der Arbeitsaufwand als Amtsvorsteher sein wird, kann ich noch nicht sagen. Auf jeden Fall möchte ich mich mehr um das Personal in der Amtsverwaltung kümmern und mehr Präsenz in den 14 Amtsgemeinden leisten.

Was reizt Sie an der politischen Arbeit?
Ich glaube schon, dass man gestalterisch vor Ort tätig sein kann. So eine Gemeinde wie Großenaspe kann man entwickeln und attraktiv machen. Das neue Baugebiet, das Gewerbegebiet, Kita, Schule und eine vernünftige Infrastruktur sind Beispiele dafür.


Wie sieht ein typischer Torsten-Klinger-Tag aus?
Gegen 7.30 Uhr bin ich in meinem Büro in der Versicherungsagentur. Am späten Vormittag gibt es zwei bis drei Mal in der Woche Besprechungen im Amt, oder es muss etwas unterschrieben werden. Nachmittags stehen dann oft Gespräche in Schule, Kita, mit dem Bauhof oder Baufirmen an. Dazwischen habe ich Kundentermine für die Agentur – bis etwa 18.30 Uhr. Am Abend kommen dann zwei bis drei Mal Sitzungen dazu, die bis 23 Uhr dauern können.


Wo finden Sie Erholung und Ausgleich?

Gerne nehme ich mir eine Auszeit auf Sylt, ein verlängertes Wochenende. Dort gehe ich spazieren und fahre Rad. Auch in Großenaspe kann ich am Abend beim Radfahren entspannen. Dann bin ich eine oder eineinhalb Stunden unterwegs, und man bekommt auch mal einen anderen Blick auf die Gemeinde. Außerdem puzzele ich auch in meinen 1200 Quadratmeter großen Garten.

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