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Gewerbepark Eichhof : Politik begrüßt Rückzug von Log4Real

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die vom Rat gemachten Auflagen habe Log4Real nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt.

Neumünster | Im November und noch einmal im Dezember stimmte im nicht öffentlichen Teil offenbar eine deutliche Mehrheit der Ratsversammlung noch für den Verkauf des Grundstücks im Gewerbepark Eichhof an Log4Real. Gestern nun begrüßten alle Fraktionen, dass Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras die Gespräche mit dem Düsseldorfer Projektentwickler abgebrochen hat.

„Die Ratsversammlung hat Kriterien festgelegt, wann Log4Real den Zuschlag bekommen sollte. Der Oberbürgermeister hat festgestellt, dass diese nicht eingehalten wurden. Deshalb ist es richtig, die Gespräche zu beenden“, teilt SPD-Fraktionschef Volker Andresen mit. Jetzt sei die Verwaltung am Zug, neue Interessenten vorzustellen. Ähnlich äußerte sich CDU-Fraktionschef Gerd Kühl: „Es gibt genug Bewerber. Wir warten nun ab, wie es weitergeht.“

Für seinen Grünen-Amtskollegen Thomas Krampfer steht fest: „Log4Real hat nicht das erste Mal versucht, eine Kommune über den Tisch zu ziehen. Deshalb ist der Abbruch vollkommen in Ordnung.“

FDP-Fraktionschef Reinhard Ruge betont, seine Fraktion habe im Rat nur mit dem Wissen zugestimmt, dass die Pläne jederzeit zurückgezogen werden können. „Es hat mich nicht überrascht, dass das nun geschehen ist“, sagt er. Die Liberalen erwarteten Vorschläge für neue, „zukunftsträchtige“ Unternehmen, die nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern auch Gewerbesteuer in Neumünster zahlen. Ruge: „Wir brauchen keine neuen Schnellschüsse wie bei Log4Real. Damals gab es einfach zu viel Euphorie.“

Jörn Seib, Fraktionschef des Bündnisses für Bürger (BFB), erklärt, seine Fraktion sei von Anfang an kein großer Freund von dem Düsseldorfer Projektentwickler gewesen. „Das Geschäftsgebaren des Unternehmens war doch schon dubios.“ Die vom Rat gemachten Auflagen habe Log4Real nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt. Seib sprach sich dafür aus, nun bevorzugt lokalen Unternehmen eine Chance zu geben, sich im Gewerbepark anzusiedeln. „Wir sind eher für mehrere kleinere Firmen und nicht dafür, riesige Flächen zu vermarkten, auf denen dann wenige Leute arbeiten.“

Ähnlich äußert sich auch Ratsherr Johnny Griese (Linke): „Wir brauchen keine Firmen, die hier nur die Luft verpesten und ihren Müll hinterlassen, ihre Steuern aber ganz woanders zahlen.“

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erstellt am 08.Feb.2017 | 11:00 Uhr

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