Neumünster : Polit-Urgesteine werden fehlen

Auch wenn es nach der Wahl am 6. Mai mehr als 43 Ratsmitglieder geben sollte, reichen die Sitzplätze im Ratsrund aus.
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Auch wenn es nach der Wahl am 6. Mai mehr als 43 Ratsmitglieder geben sollte, reichen die Sitzplätze im Ratsrund aus.

Einige langgediente Mitglieder werden der künftigen Ratsversammlung nicht mehr angehören. Überhangmandate werden ausgeglichen.

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11. April 2018, 07:30 Uhr

Neumünster | Egal, wie die Gemeindewahl am 6. Mai ausgehen wird: Einige Kommunalpolitiker, die Neumünsters Geschicke über lange Jahre mitgeprägt haben, werden der neuen Ratsversammlung nicht mehr angehören.

Definitiv ist das bei Arno Jahner (SPD) und Peter Cleve (fraktionslos, zuvor BfB). Beide treten weder um ein Mandat in einem der 22 direkt vergebenen Wahlkreise an, noch bewerben sie sich über die Liste einer Partei für einen der insgesamt 43 Sitze.

Vor allem Arno Jahner ist ein kommunalpolitisches Urgestein. 1985 wurde er erstmals in die Ratsversammlung gewählt, war ab 1990 als ehrenamtlicher Gesundheitsdezernent Mitglied des damaligen Magistrats, von 2000 bis 2005 auch Landtagsabgeordneter. Peter Cleve zog 2013 über die Liste des Bündnisses für Bürger in den Rat ein, wurde jedoch 2016 nach Untreue-Vorwürfen gegen den BfB-Ratsfraktionsvorsitzenden Jörn Seib aus der Fraktion ausgeschlossen.

Heidemarie Stephan (SPD) gehört der Ratsversammlung seit Dezember 1991 ununterbrochen an, kandidiert diesmal nicht direkt und dürfte mit Listenplatz 25 chancenlos sein. Politisch abstinent wird sie deswegen nicht. „Mein Herz schlägt auch außerhalb der Ratsversammlung für die Themen Natur und Umwelt“, sagte sie zum Courier. Ilse Milkert kam in dieser Legislatur als Nachrückerin für Uwe Döring in den Rat, wird auf der SPD-Liste aber nur an Position 29 geführt.

Auch für Marianne Lingelbach dürfte mit der Kommunalwahl das Ratsmandat enden. Die engagierte Freidemokratin kandidiert nur direkt im Wahlkreis XIII, nicht über die FDP-Liste. „Ich war zehn Jahre, also zwei Legislaturen, im Rat und es hat viel Spaß gemacht. Aber ich möchte selbst bestimmen, wann ich aufhöre“, sagte sie, ohne zu verhehlen, dass sie gerne weiter als bürgerschaftliches Mitglied im Sozial- und Gesundheitsausschuss aktiv sein möchte. Auch das Engagement im Bündnis für Familien möchte sie fortsetzen. Bei den Grünen werden Sebastian Fricke (Listenplatz 15) und Michael Schaarschmidt (nicht auf der Liste) der kommenden Ratsversammlung aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr angehören. Fricke gehörte dem Rat von 2003 bis 2011 und seit 2013 an und war in dieser Zeit in vielen Ausschüssen und weiteren Gremien aktiv. Schaarschmidt ist seit Mai 2011 Ratsherr für die Grünen.

Auch für den Grünen-Fraktionschef Thomas Krampfer dürfte es auf Listenplatz 6 nicht einfach werden, erneut in das Kommunalparlament einzuziehen. Gleiches gilt für Ralf Ketelhut auf dem Listenplatz 5. Neumünsters Grünen-Sprecher Hans Heinrich Voigt ist aber optimistisch. „Die Grünen stehen ganz gut im Trend. Fünf Sitze sind realistisch, vielleicht sogar sechs.“

Nicht auszuschließen sind Überhangmandate in dem Fall, dass CDU oder SPD mehr Direktsitze erzielen, als ihnen nach dem Verhältniswahlrecht zustehen. Solche Überhangmandate heißen im Kommunalwahlrecht „Mehrsitze“ und werden durch Ausgleichsmandate ausgeglichen, sagte der stellvertretende Kreiswahlleiter Volker Bernaschek.

Platz für zusätzliche Ratsmitglieder gäbe es im Ratssaal noch. „Es gibt 44 Sitzplätze für Ratsmitglieder im Rund, dazu drei weitere auf dem Podium für die Vorsitzende und die zwei Schriftführer“, erläuterte Holger Krüger von der Zentralen Verwaltung.

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