Neue Tierart : Pokémon erobern den Tierpark

Während der Arbeitszeit ist das Smartphone tabu, aber nach Dienstschluss nutzen die Mitarbeiter Stefan Fraundorfer (von links), Sabrina Speckmann und Jannika Bade gern die vielen Gelegenheiten, um Pokémons zu sammeln. Highlandrind Tony schaut zu.
1 von 2
Während der Arbeitszeit ist das Smartphone tabu, aber nach Dienstschluss nutzen die Mitarbeiter Stefan Fraundorfer (von links), Sabrina Speckmann und Jannika Bade gern die vielen Gelegenheiten, um Pokémons zu sammeln. Highlandrind Tony schaut zu.

Der Tierpark an der Geerdststraße ist für Pokémon-Spieler derzeit sehr attraktiv.

23-6738460_23-63864508_1409328499.JPG von
28. Juli 2016, 08:15 Uhr

Neumünster | Das hat Verena Kaspari auch noch nicht erlebt. „Ich habe schon so einige Tierarten eingefangen, aber Pokémon waren bislang noch nicht dabei“, sagt die Zoologische Leiterin des Tierparks. Jetzt wimmelt es plötzlich von Vertretern dieser neuen Tierart in ihrem Park – und sie weiß nicht, warum. Jedenfalls beschert es dem Zoo eine kleine Sonderkonjunktur.

Das Handy-Spiel „Pokémon Go“ erobert gerade Neumünster und die ganze Welt. Dabei muss man auf seinem Smartphone in der realen Welt kleine Tierchen aufspüren und fangen. Es gibt Orte, an denen mehr los ist als an anderen; in Neumünster zählen dazu die Gegend rund um die Vicelinkirche und die Klosterinsel. Das lockt junge (und etwas ältere) Leute in Scharen dorthin (Courier von Mittwoch).

Und auch der Tierpark ist für Pokémon-Spieler offenbar attraktiv: Mindestens zehn „Pokestops“ und sogar eine attraktive Pokémon-„Arena“ sind im Park verteilt, wie Verena Kaspari mittlerweile weiß. „Als wir an der Kasse zum ersten Mal danach gefragt wurden, haben wir ganz schön sparsam geguckt. Aber mittlerweile wissen wir genau Bescheid“, sagt sie lächelnd. Zum Glück sei noch kein Besucher auf die Idee gekommen, im Eisbärengehege ein Pokémon zu fangen.

Sehr viele junge Leute kommen in Gruppen, bezahlen artig Eintritt und spazieren durch den Tierpark – mit dem Handy vor der Nase. Und manche Familie kommt jetzt vollzählig samt der Teenager-Kinder, die sonst eher zu Hause bleiben. „Unsere Tierpfleger-Azubis haben während der Arbeitszeit Handyverbot, die müssen sich hier auf die echten Tiere konzentrieren“, sagt Verena Kaspari. Aber nach Feierabend zücken einige sofort das Smartphone, um zu sammeln.

Warum der Tierpark so stark in diesem Spiel vertreten ist, weiß dort niemand. „Wir haben das weder bestellt noch uns sonstwie darum gekümmert. Die Viecher sind einfach da“, sagt Verena Kaspari.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen