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Pokal-Aus in allerletzter Sekunde - "Das ist wie ein Albtraum"

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Entsetzen und Ratlosigkeit beim VfR nach bitterer 2:3-Niederlage gegen Erstligaaufsteiger Hertha BSC / Lob von Trainer Lamce

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Neumünster | "Bitter, bitter, bitter." Michél Harrer, der VfR-Schütze zum zwischenzeitlichen 1:0, schüttelte noch Minuten nach dem Abpfiff den Kopf. Zu Recht. Denn auf brutalere Art und Weise hätte sein Team gegen den drei Klassen höher angesiedelten Erstligisten Hertha BSC nicht ausscheiden können.

Es lief die 119. Minute, und in dieser sollte es Fortuna mit den Hausherren nicht gut meinen. Finn Thomas brachte Änis Ben-Hatira zu Fall, Schiedsrichter Benjamin Cortus zeigte sofort auf den Punkt: Elfmeter - eine Szene, die nach dem Abpfiff für etliche Diskussionen sorgte. "Schieber, Schieber" hallte es ein ums andere Mal aus dem Publikum, einige wollten dem Referee sogar an die Wäsche. Ordner verhinderten Schlimmeres. Als Sami Allagui diesen Strafstoß zum 3:2-Siegtreffer für die Berliner verwandelte, lief bereits die Nachspielzeit der Verlängerung.

Es war eine Extraschicht, die der VfR zu zehnt bestreiten musste. "Er fädelt ein, der Schiedsrichter pfeift. Ich hätte in dieser Szene nicht mal Freistoß für Hertha gegeben, sondern eher für uns. Dass ich dann auch noch Gelb-Rot sehe, ist natürlich doppelt doof", konstatierte Christopher Kramer, dessen Platzverweis in der 90. Minute vom Rest des Teams weggesteckt wurde. "Die Jungs haben die Kräfte irgendwo hergenommen, ich weiß auch nicht", staunte Kramer ob der leidenschaftlichen Leistung seiner zehn Kameraden, die beinahe ein Elfmeterschießen erzwungen hätten. Der VfR-Rückkehrer aus Kiel hatte die Verlängerung erst möglich gemacht, gelang doch ihm das 2:2 (58.). Und so war Kramer neben Thomas die zweite tragische Figur des Tages.

"Die Enttäuschung ist riesengroß. Wir haben ein Klassespiel geliefert und scheiden jetzt so aus. Mann, ist das bitter." Auch VfR-Akteur Patrick Nagel gab gestern einen Einblick in seine Gefühlswelt. Es gab wohl niemanden an der Geerdtsstraße, der ihm widersprochen hätte. Wo man auch hinhörte und hinsah, das Entsetzen und die Ratlosigkeit in Reihen der Lila-Weißen waren klar zu vernehmen. "Leider, leider, leider haben sich meine Jungs für eine tolle Leistung nicht belohnt", ärgerte sich VfR-Trainer Ervin Lamce. "Meine Spieler haben bereits in der Vorbereitung viele Opfer gebracht, hart gearbeitet und nun im Spiel gegen Hertha eine sehr gute Moral bewiesen", lobte der 40-Jährige.

Immer wieder thematisiert wurde der alles entscheidende Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Cortus. "Wenn du in der vorletzten Minute der Verlängerung solch einen Strafstoß gibst, dann musst du dir zu 100 Prozent sicher sein", meinte VfR-Mittelfeldmann Kevin Schulz. Sein Teamkamerad Yannik Jakubowski sprach sogar von "120 Prozent" und räumte ein, die Art und Weise der Niederlage sei der neue erste Platz auf der Skala seiner bittersten Fußballmomente. Kevin Schulz pflichtete ihm bei: "Das ist wie ein Albtraum."

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