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Lange Reise von „Hasi“ : Plüschhase „Lotta“ ist wieder in Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mehr als 100.000 Menschen verfolgten das „Hasi“- Schicksal im Internet - das Stofftier aus Neumünster ging in Bayern verloren und landete im Münsterland. Die dreijährige Ida schließt ihre „Lotta“ endlich in die Arme.

Die Wiedersehensfreude war groß: „Hasi“, der verlorene Stoffhase aus Neumünster, ist am Donnerstagabend nach dreitägiger Reise per Post wohlbehalten bei seiner kleinen Besitzerin Ida (3) in Brachenfeld eingetroffen. Geschickt hatte ihn die Familie Uennigmann aus Laer im Münsterland, die das Plüschtier in der Nacht zum 21. Dezember auf einer Tankstelle an der A 7 in Bayern gefunden hatte. Durch eine Kleinanzeige auf Ebay gelang es, die Neumünsteraner Familie ausfindig zu machen; über 100.000 Menschen verfolgten das „Hasi“- Schicksal im Internet.

„Wir sind total gerührt, uns kamen die Tränen, als wir hörten, dass der Stoffhase gefunden wurde, und fanden das süß“, sagen Vivian Melzer (38), die Mutter von Ida, und ihr Mann Henning (41). „Hasi“ heißt eigentlich „Lotta“ und ist ein Lieblingplüschtier der kleinen Ida. Die Dreijährige packte am Donnerstagabend mit großen Augen das Paket aus. Das Papier war liebevoll mit „Ida“-Schriftzügen und Hasen bemalt – die Mühe hatten sich Tineke (8), Fiete (6) und Pit (2), drei von vier Kindern der Familie Uenningmann, gemacht, die das Stofftier auf „Hasi“ getauft hatten. Im Paket lag außerdem ein Brief: Mutter Verena Uennigmann aus Laer hatte aus Sicht des Stoffhasen geschrieben, schilderte, wie er in der Dezember-Nacht an der Tankstelle an der A 7 verloren ging: „Ich war so erschrocken, ich konnte mich gar nicht bewegen. Zum Glück hat mich Verena gesehen und ins Auto geholt.“ Die Kinder der Gastfamilie „trösteten“ den Hasen, er durfte abwechselnd bei ihnen schlafen. „Lotta“ erzählt im Brief von Weihnachten und Silvester, den Wunderkerzen und Luftschlangen und vom Spielen im Schnee mit den Kindern.

Das Plüschtier war dann von seinen Findern als Anzeige auf Ebay gestellt worden. Einzige Hinweise waren das Neumünsteraner Nummernschild und der Name „Ida“, der in das Halstuch des Hasen gestickt war. Das reichte. Durch die große Welle der Anteilnahme wurde die Schwester von Vivian Melzer aufmerksam, erzählte ihr davon. Auch auf der Courier-Facebook-Seite war nach dem Stofftier-Besitzer gesucht worden.

Mit Ida freute sich am Donnerstagabend ihr Bruder Paul (7). Sein Lieblingsplüschtier heißt Anton und ist ein Schlafhase. „Auch Anton ging mal verloren, das war ziemlich dramatisch“, erinnert sich Vater Henning Melzer, der als selbstständiger Tischler arbeitet.

Wie schnell das Internet wie viele Menschen erreicht, hat bei beiden Familien sowohl für großes Erstaunen als auch ein wenig Fassungslosigkeit und leichtes Unbehagen gesorgt. Den Melzers als auch den Uennigmanns waren die immense Zahl der Menschen, die sich für den Stoffhasen im Internet interessierten, schon ein bisschen unheimlich. Aber letztendlich gab es ja ein Happy-End. „Es ist so schön, dass es Familien gibt, die das fühlen, wie es anderen Kindern geht, und sich so viele Gedanken machen“, sagt Vivian Melzer gerührt. Sie will als Dankeschön selbstgebastelte Anstecker mit Fotos von Ida, Lotta und der Familie als Geschenk zurückschicken.

Ein sehr passendes Geschenk war mit „Lotta“ ebenfalls angekommen: „Briefe von Felix“, ein Kinderbuch über einen Hasen auf Reisen. „Der ist viel mutiger als ich und mehr unterwegs“, schreibt „Lotta“ im Brief. Doch jetzt, nach ihrer großen Reise, hat „Lotta“ der kleinen Ida auch viel zu erzählen.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 13:54 Uhr

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