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Holsteinischer Courier

16. Dezember 2017 | 19:57 Uhr

Sprachpflege : Plattdeutsch wird nicht sterben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund setzt sich verstärkt für den Erhalt der niederdeutschen Sprache ein.

von
erstellt am 28.Okt.2015 | 09:45 Uhr

Neumünster | „Sprache bedeutet Heimat“, sagte Marianne Ehlers während ihres Vortrags „Niederdeutsch und Friesisch“ am Montagabend im Restaurant in der Stadthalle – und natürlich sagte sie es auf Plattdeutsch. Und da Platt immerhin in acht Bundesländern gesprochen werde, sei die Sprache keinesfalls als Minderheiten-, sondern als Regionalsprache einzustufen.

Im Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (SHHB) macht man sich auch deshalb für den Erhalt und die Weiterentwicklung der niederdeutschen Sprache stark, sagte die hauptamtliche Referentin des SHHB. „Sie alle wissen, dass es in den 60er-Jahren verpönt war, mit seinen Kindern plattdeutsch zu sprechen“, wandte sich die gebürtige Ditmarscherin an die 35 Besucher. Dadurch sei die Sprache innerhalb einer Generation aus dem Alltag verschwunden. „Wir wollen sie wiederbeleben und kämpfen deshalb seit Jahren für die Einführung eines Pflichtfaches Plattdeutsch an den Grundschulen“, sagte Marianne Ehlers.

Erste Erfolge kann der Heimatbund bereits verbuchen. Die Landesregierung hat sich mit der Unterzeichnung der „Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen“ verpflichtet, Plattdeutsch zu fördern. Erste Programme sind angelaufen. „Momentan lernen etwa 2000 Grundschüler an 29 Schulen Plattdeutsch im Unterricht“, freute sich die Referentin. Der Heimatbund habe dafür ein Lehrbuch konzipiert, die Plattdeutsche Stiftung habe das Projekt finanziell unterstützt, so Marianne Ehlers.

Anders als von Klaus Groth vor 100 Jahren befürchtet, sieht sie keinen Anlass, dass die niederdeutsche Sprache aussterben wird. Grund für ihren Optimismus sind die vielen jungen Menschen, die sich auf niederdeutschen Bühnen engagieren, sich an Popmusik in plattdeutscher Sprache versuchen und als junge Botschafter für die plattdeutsche Sprache bereits Kultstatus erlangt haben. „Leute wie Matthias Stührwoldt begeistern auch das junge Publikum“, sagte die Bordesholmerin.

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