Feierlicher Abschied : Plattdeutsch-Lehrerinnen feierten Abschied

Gemeinsam mit den Kindern verabschiedeten Bernd Nützel (erster stellvertretender  Bürgermeister und  Vorsitzender des Kita-Ausschusses, hinten von links), die stellvertretende Kita-Leiterin Andrea Couchon  sowie Nachfolgerin Gerda Reger  die beiden Plattdeutsch-Lehrerinnen  Lilly Ratje (vorne links) und Gretchen Holst         (vorne rechts).
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Gemeinsam mit den Kindern verabschiedeten Bernd Nützel (erster stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Kita-Ausschusses, hinten von links), die stellvertretende Kita-Leiterin Andrea Couchon sowie Nachfolgerin Gerda Reger die beiden Plattdeutsch-Lehrerinnen Lilly Ratje (vorne links) und Gretchen Holst (vorne rechts).

Gretchen Holst (72) und Lilly Ratje (77) unterrichteten jahrelang die Wasbeker Kindergartenkinder in plattdeutscher Sprache. Jetzt verabschiedeten sie sich. Das spielerische Angebot wird fortgesetzt.

shz.de von
11. Oktober 2013, 16:45 Uhr

„Moin, moin leeve Lüüd we snackt plattdüütsch. We wüllt dat mal probeern, denn plattdüütsch snackt we geern.“ Mit diesen Worten begrüßte Gretchen Holst (72) seit acht Jahren aus Verbundenheit zur Landessprache die Vorschulkinder in der Wasbeker Kindertagesstätte einmal pro Woche für eine spielerische Unterrichtsstunde. Aus Altersgründen verabschiedete sich die Neumünsteranerin nun von den Mädchen und Jungen aus der Marienkäfer-, Mäuse-, Grashüpfer- und Bienengruppe – zusammen mit Lilly Ratje (77) aus Wasbek, die sich sechs Jahre das ehrenamtliche Engagement mit Gretchen Holst teilte.

Beiden bereiteten die Kinder einen herzlichen Abschied mit Blumen, Gesang und kleinen Erinnerungsgeschenken bei einem Frühstück. „Damals war die Leiterin Dagmar Drobny auf der Suche nach Frauen für plattdeutsche Lesungen. Als plattdeutsche Deern war ich sofort dabei“, erinnerte sich die gebürtige Wasbekerin. „Die Kinder machten sofort begeistert mit, obwohl sich viele Eltern vor acht Jahren für Englisch ausgesprochen hatten. Doch dafür fand sich keine Lehrerin. Damit setzte sich Plattdeutsch durch, und die Unterrichtsstunden sind mittlerweile zu einem festen Bestandteil in unserer Einrichtung geworden“, berichtete die stellvertretende Kita-Leiterin Andrea Couchon.

Doch auch mit dem Abschied der Lehrerinnen ist der plattdeutsche Sprachunterricht nicht vorbei: Die Kinder werden weiterhin in zwei Gruppen unterrcihtet, und zwar von Gerda Reger und Monika Neemann, die beide aus Wasbek kommen.

Es ist ein spielerisches Lernen. Es wird gespielt, gesungen, getanzt und viel gelesen. Alles auf Platt, versteht sich. Dabei bringt Gerda Reger eine Handpuppe mit dem Namen Anna-Lotta mit großem Erfolg ins Spiel ein. Die Puppe hat zehn Zöpfe und bietet sich hervorragend dafür an, mit den Kindern lustige Abzählverse zu üben.

„Es ist einfach wunderbar zu erleben, mit welch großer Freude die Kinder dabei sind“, so die ausgebildete Erzieherin im Ruhestand. Vor dem Wechsel in die Grundschule bekommen alle Kinder eine Urkunde überreicht. Darauf ist dann zu lesen: „Du kannst nu tellen, begriepen un veele Speele up platt speelen.“

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