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Stadtteilbeirat Stadtmitte : Plan: Die Neumünsteraner sollen das Auto öfter stehen lassen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nur durchschnittlich 6 Prozent aller Neumünsteraner legen ihre Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück.

von
erstellt am 16.Okt.2015 | 09:30 Uhr

Neumünster | Autofahrer zum Umstieg auf das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen – das ist das große Ziel, das die Neumünsteraner Stadtplaner derzeit vorantreiben wollen. Die Ideen zur Fortschreibung des Regionalen Nahverkehrsplans und ein neues Radverkehrskonzept (der Courier berichtete) wurden am Mittwochabend auch im Stadtteilbeirat Mitte diskutiert.

Im Schnitt werden in der Stadt 52 Prozent aller Wege motorisiert zurückgelegt, 26 Prozent zu Fuß, 16 Prozent mit dem Fahrrad und nur 6 Prozent mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Letzterer Wert sei eindeutig zu gering, sagte Stadtplaner Detlev Schulz: „Es muss ein ganz klares Ziel sein, die Fahrgastzahlen zu erhöhen.“ Geplant sei insbesondere eine Erweiterung der Fahrten am Wochenende. Zudem wird geprüft, ob die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Linienbusse am Bahnhof um zehn Minuten verschoben werden können, um den Anschluss an den regionalen Zugverkehr zu verbessern.

Auch die Barrierefreiheit steht im Fokus der Stadtplaner. „Wir prüfen beispielsweise, wie die Haltestellen am Teich und am Rathaus im Hinblick auf die Zugänglichkeit verbessert werden können. Aber auch die bessere Lesbarkeit von Fahrplänen ist ein Thema“, sagte Detlev Schulz.

Stadtplaner Michael Köwer sammelte im Anschluss Vorschläge der Bürger zum neuen Radverkehrskonzept. Einige Zuhörer beschwerten sich über die mangelhafte Beschaffenheit vieler Radwege. „Vor einigen Monaten wurde im Zuge der Bauarbeiten der Stadtwerke die Asphaltdecke der Roonstraße erneuert. Dabei wurde auch der Fuß- und Radweg an einigen Stellen komplett aufgegraben. Diese Wege wurden aber nur ‚flickenteppichartig‘ ausgebessert“, beklagte eine Anwohnerin. Michael Köwer nahm den Hinweis auf, gab aber zu bedenken, dass es schwierig sei, die Arbeiten der Stadtwerke mit denen der Stadt zu koppeln: „Wir können nicht zwei verschiedene Firmen auf die Baustellen schicken.“

Vorwürfe, die Stadt vernachlässige die Radfahrer zu Gunsten der Autofahrer, wies der Stadtplaner zurück: „Wir versuchen, alle zu berücksichtigen. Aber irgendwer wird sich immer auf die Füße getreten fühlen.“

Die Stadtteilvorsteherin Antje Klein (SPD) wies am Ende der Debatte darauf hin, dass die bisherigen Vorschläge nicht der Weisheit letzter Schluss seien: „Was die Stadtplaner entwickeln sollen, ist ein Plan. Wenn der vorgelegt wird, besprechen wir ihn im Stadtteilbeirat und werden dann dazu Stellung nehmen.“

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