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Gartenstadt : Pläne für Kita-Ausbau spalten Beirat

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In der Gartenstadt herrschte Uneinigkeit darüber, ob die Platzprobleme der Kindertagesstätte durch einen An- oder Neubau gelöst werden sollen.

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erstellt am 26.Jun.2015 | 07:15 Uhr

Neumünster | Die Platzprobleme der Kindertagesstätte (Kita) an der Virchowstraße sorgten am Mittwochabend für kontroverse Diskussionen auf der Sitzung des Stadtteilbeirats Gartenstadt im Holstenhallen-Restaurant. Bereits auf der Sitzung im Mai hatte Jörg Asmussen, Fachdienstleiter Frühkindliche Bildung, berichtet, dass ein Anbau an die Kita geplant ist (der Courier berichte). Im Raum stand jetzt die Frage, ob stattdessen ein Neubau an anderer Stelle die sinnvollere Lösung sei.

Für Stadtteilvorsteher Martin Kriese (CDU) lag die Antwort auf der Hand: „Ein Anbau, so wie er geplant und von Herrn Asmussen vorgestellt wurde, ist nicht zielführend – weder für die Schule, noch für die Kita.“ In seinem Antrag schlug Kriese daher vor, den Jugendhilfeausschuss zu bitten, die Planungen für einen Anbau zu überdenken und stattdessen einen Neubau an anderer Stelle in der Gartenstadt zu errichten, da der Platz an der Virchowstraße zu beengt ist. Zusätzlich forderte er in dem Antrag eine Erweiterung der geplanten Betreuungsplätze: „Mit einem Neubau der Kita und einer Vergrößerung der Gruppenzahl schaffen wir die Grundlage, um Betreuungsmöglichkeiten für Kinder vor dem Schulalter zu erhöhen und zu verbessern. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass Pausenräume, Elternsprechzimmer und ähnliches geschaffen werden.“

SPD-Beirat Kurt Feldmann-Jäger konnte sich mit diesem Vorschlag nicht so recht anfreunden: „Wir tun uns schwer damit, diesen Antrag ohne klare Bedarfslage vorgelegt zu bekommen. Das ist uns zu unbestimmt. Der Bildungsbericht 2015 sagt, dass die Bedarfe weitgehend gedeckt sind, von daher stellt sich die Frage, ob es zwingend ein Neubau sein muss.“

Das sah Martin Kriese anders: „Ich kenne den laufenden Betrieb in der Kita und finde es fast fahrlässig, wie in unserer Stadt mit Statistiken umgegangen wird. Die Prognosen bezüglich Anmeldungen und Demografie spiegeln absolut nicht die praktischen Erfahrungen vor Ort wieder.“ Unterstützung erhielt Kriese aus den Besucherreihen von Ellen Naumann, Schulleiterin der Gartenstadtschule. „Die Anmeldezahlen sind nicht berechenbar und stimmen oftmals nicht mit den Statistiken überein“, gab sie zu bedenken. Ein Argument, das Kurt Feldmann-Jäger nicht ausreichte: „Ich empfinde diese Entscheidung als relativ weitgehend. Ohne Vorlage des Zahlenwerks können wir den Antrag in seiner jetzigen Form nicht mittragen.“

CDU-Mitglied Steffen Druschke zeigte sich davon sichtlich irritiert: „Ich habe eigentlich gedacht, dass dieser Antrag ein Selbstläufer wird. Die Gartenstadt will attraktiv sein, die Struktur wandelt sich, und wir müssen dafür gerüstet sein.“

SPD-Mitglied Peter Völzmann schlug nach langer Debatte einen Kompromiss vor, auf den sich die Beiratsmitglieder einstimmig einigten. Der geänderte Antrag sieht vor, den Jugendhilfeausschuss zu bitten, neben der Planung für einen Anbau an die Kita Gartenstadt auch einen Neubau an anderer Stelle zu überdenken.

 

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