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Landtagswahlkampf : Plädoyer für mehr soziale Marktwirtschaft

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Dr. Carsten Linnemann von der Mittelstandvereinigung der CDU sprach im Hotel Prisma: Auch der Brexit und die Wahl in Frankreich waren Thema

Neumünster | „Wo spielt Neumünster Fußball? Das ist für mich ein Gradmesser, wo eine Stadt steht.“ Dr. Carsten Linnemann (39), CDU-Bundestagsabgeordneter und Bundesvorsitzender der Wirtschafts- und Mittelstandsvereinigung, war gestern im Hotel Prisma Gast beim Wirtschaftsrat der CDU und dabei auch auf Unterstützungstour für Neumünsters CDU-Landtagswahlkandidaten Wolf Rüdiger Fehrs.

Der konnte beim Fachsimpeln über Fußball definitiv mithalten. Der VfR spielt als Fünftligist in der SH-Liga allerdings zwei Klassen unter dem SC Paderborn. Linnemann ist als Paderborner erklärter Fan des Drittligisten. Als Anhänger von Holstein Kiel hatte Jan Osterloh aus dem Sektionsvorstand des Wirtschaftsrats entsprechend ebenfalls Anknüpfungspunkte für ein angeregtes Gespräch.

Es wurde aber nicht nur über Fußball geredet. Eigentliches Thema Linnemanns war „Mehr privat für einen starken Staat“. Den Volkswirt ärgert, dass alle, inzwischen selbst die Linke Sahra Wagenknecht, die soziale Marktwirtschaft hochhalten. „Aber wenn es konkret wird, sind das nur Lippenbekenntnisse“, so Linnemann. Nur ein Beispiel sei die Energiepolitik. Garantie-Renditen bei erneuerbaren Energien sind für Linnemann ein Irrweg.

Die Euro-Krise sieht er mit voller Wucht zurückkommen und eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Eine Fiskal-Union („das wird nicht klappen“) oder eine Insolvenzordnung für Staaten. Auch beim Stichwort Breitbandausbau gab es klare Worte. „Eigentlich müsste man Kupfer verbieten, Glasfaser wird der Standard sein müssen – und zwar in jedem Haus und Unternehmen“, so Linnemann. Er würde die Anteile des Bundes an der Deutschen Telekom verkaufen und den Erlös in den Glasfaserausbau stecken. „Der Staat ist Anteilseigner und Regulierer, das funktioniert nicht.“

Remondis-Vertriebsleiter Arend Cobi wollte von Linnemann wissen, was er davon hält, wenn sich Kommunen immer stärker selbst wirtschaftlich betätigen und damit der privaten Wirtschaft Konkurrenz machen. Linnemann: „Ich möchte nicht platt ‚Privat vor Staat‘. Es gibt Sachen, die macht der Staat besser.“ Er nannte das Bahnschienennetz und Großbritannien, wo es privatisiert wurde, als Negativbeispiel. Wichtig seien aber gleiche Wettbewerbsbedingungen.

Überhaupt die Briten und der Brexit. „Er wird den Briten schaden. Für Deutschland ist das bitter, weil wir unseren marktwirtschaftlichen Partner verlieren“, so Carsten Linnemann, der auch zur Wahl in Frankreich eine klare Prognose abgab: „Aufatmen – Macron wird in der Stichwahl das Rennen machen.“

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erstellt am 25.Apr.2017 | 08:22 Uhr

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