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Kandidaten der Kommunalwahl : Pirat schwingt Kochlöffel und Pinsel

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Thomas Puls (62) ist der Spitzenkandidat der Piraten / Der Rentner steht leidenschaftlich gern am Herd und ist Hobby-Künstler

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 08:38 Uhr

neumünster | Der Blick auf die Speisekarte im Restaurant ärgerte ihn. Viele Gerichte waren ihm einfach zu teuer. "Also hab ich angefangen, selbst zu kochen", erzählt Thomas Puls (62). Für den Spitzenkandidaten der Neumünsteraner Piratenpartei bedeutet das Kochen aber nicht, schnell etwas in den Topf oder die Pfanne zu hauen. Kochen ist sein Hobby, seine Leidenschaft. "An einem vernünftigen Essen koche ich etwa zweieinhalb bis drei Stunden", betont der 62-Jährige. Das Weihnachtsessen - Tafelspitz und für die Vegetarier Tapas - kocht er für die ganze Familie am liebsten selbst. Ansonsten ist sein Favorit die italienische Küche. "Die ist einfach leicht und lecker", sagt er. Durch das Kochen werde das Leben abwechslungsreicher.

Der Rentner arbeitete zuletzt als Qualitätsmanager, und das spiegelt sich auch beim Kochen wider. "Im Qualitätsmanagement geht es darum, Fehler zu erkennen und sie nicht zu wiederholen", erklärt Thomas Puls. Um Fehler oder die "falschen" Rezepte beim Kochen zu vermeiden, markiert er jedes ausprobierte Rezept in seinen Kochbüchern mit einem Zettelchen. Darauf steht dann, was er nicht mehr kochen will oder was er gern mochte.

Irgendwann würde Thomas Puls gern selbst ein Buch übers Kochen schreiben, doch erstmal muss die "Haute Cuisine" zurückstecken - für die Politik. "Ich fühle mich verantwortlich, Politik zu betreiben", sagt der Spitzenkandidat der Piraten. Im Beruf habe er dafür nicht die Zeit gehabt; außerdem passen für ihn Führungspositionen in Unternehmen und ein Engagement in der Politik nicht zusammen. "Jetzt im Ruhestand kann ich tun, was ich möchte, und ich will Politik machen", betont Thomas Puls. Es geht ihm nicht darum, Karriere zu machen; es sind vielmehr die Ideen der Piraten, die er gut findet. Vor allem der Gedanke der Bürgerbeteiligung, der echten Einbeziehung der Bürger, gefällt Thomas Puls. Eines seiner Ziele für die nächsten fünf Jahre: "Wir wollen ganz anders wahrgenommen und als Partei ernst genommen werden", erklärt Puls.

Seit der Entscheidung für die Politik ist Zeit bei dem Rentner ein knappes Gut. Doch wenn sie es zulässt, dann schwingt Thomas Puls nicht nur gern den Kochlöffel, sondern auch den Malpinsel. "Ich zeichne und male gern, egal womit. Bleistift, Öl, Acryl - ich habe alles Mögliche ausprobiert", berichtet der Hobby-Künstler. In der gemeinsamen Wohnung mit Ehefrau Ilse zeigt sich diese Passion ganz deutlich: Collagen, Drucke, Gemälde - überall an den Wänden hängen die Ergebnisse seiner Stunden am Schreibtisch. "Mein Leben ist auch ohne Politik nicht langweilig", sagt Thomas Puls lachend.

Er will sich für genügend Kita-Plätze einsetzen, die Digitalisierung in der Schule vorantreiben, in den Gewerbegebieten kleine und mittelständische Unternehmen ansiedeln, und auch die Rentenpolitik liegt ihm am Herzen. Da redet er sich auch schon mal in Rage. Wo die Piraten bei der Wahl am Ende landen werden, mag ihr Spitzenkandidat nicht vorherzusagen. Doch egal, was passiert, sagt Thomas Puls, am 27. Mai wird er kochend am Herd stehen - "vielleicht wird es ja ein Festmahl."

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