Scherenschnitt : Phantasien in Schwarz-Weiß

Diese Scherenschnitteauf der Sonderbriefmarke stammen aus dem Fundus von Hans Christian Andersen. Vor Erfindung der Fotografie war der Scherenschnitt ein beliebtes Verfahren für jedermann, Bilder   zu schaffen.
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Diese Scherenschnitteauf der Sonderbriefmarke stammen aus dem Fundus von Hans Christian Andersen. Vor Erfindung der Fotografie war der Scherenschnitt ein beliebtes Verfahren für jedermann, Bilder zu schaffen.

Zum Schleswig-Holstein Musik Festival weist Hildegund Hergenhan in die Kunst des Scherenschnitts ein.

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14. Juli 2014, 06:30 Uhr

Neumünster | „Scherenschnitte – Phantasien in Schwarz-Weiß“ heißt das Motto, unter dem die dritte Veranstaltung des Rahmenprogramms zum Schleswig-Holstein Musik Festival in Neumünster steht. Am nächsten Sonnabend, 19. Juli wird Hildegund Hergenhan in der Zeit von 11 bis 16 Uhr allen Interessenten in der Volkshochschule an der Gartenstraße 32 die hohe Kunst des Scherenschnitts näherbringen.

Einigen Besuchern dürfte die Referentin sicher noch aus dem Vorjahr bekannt sein, als sie die Teilnehmer in die Tradition des Bandwebens einführte, eine uralte Technik aus dem Baltikum.

In diesem neuen Workshop möchte Hergenhan ihre Gäste mit einer ganz anderen, aber nicht weniger interessanten Kulturtechnik bekannt machen. Die ersten Scherenschnitte stammen vermutlich aus China. Im europäischen Raum waren die schwarz-weißen Darstellungen, oft Porträts, in früheren Zeiten sehr gefragt. Vor Erfindung der Fotografie war der Scherenschnitt fast die einzige Möglichkeit, schnell ein Bild oder ein Porträt zu fertigen. Die ältesten erhaltenen Scherenschnitte in Deutschland stammen aus dem 17. Jahrhundert.

„Jedermann war darin geübt und kein Fremder zog vorüber, den man nicht an die Wand geschrieben hätte“, meinte seinerzeit Johann Wolfgang von Goethe.

Mancher kennt noch die Postkarten-Kalender von Georg Plischke (1883-1973). Er war ein Meister des Scherenschnittes. Auch Hildegund Hergenhan hat sich dieser Kunst verschrieben. Sie wird in ihrem Workshop eine kurze Einführung mit Lichtbildern geben und anschließend den Teilnehmern Anleitungen für die Erstellung eigener Schnitte geben.

„Mit einfachen Ornamenten und Blumen wird begonnen. Danach sind der eigenen Phantasie keine Grenzen mehr gesetzt“, verspricht Hildegund Hergenhan.

Wer an dem Schnupperworkshop für 8,50 Euro inklusive Materialkosten wie Spezialpapier teilnehmen möchte, kann sich im Kulturbüro der Stadt am Kleinflecken 26 (Tel: 942 3316) anmelden. Mitzubringen ist eine Schere.


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