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Leistungspflügen : Pflügen als spannender Wettkampf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei den Landesmeisterschaften im Leistungspflügen in Rendswühren gab es Präzisionsarbeit von Mensch, Maschine und Pferden zu sehen.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 07:00 Uhr

Der Kampf um die perfekte Furche fand am Wochenende in Rendswühren statt. Zum zweiten Mal war die Interessengemeinschaft Historischer Landmaschinen (IHL) Gastgeber für die Landesmeisterschaften im Leistungspflügen.

Bereits im September 2011 durften die Landmaschinenfreunde der IHL die Teilnehmer der von der Pflügergemeinschaft Schleswig-Holstein ausgerichteten Landesmeisterschaften im Leistungspflügen in Rendswühren begrüßen. Wie 2011 hatte auch dieses Mal der Schipphorster Landwirt Heiner Staggen eine seiner Ackerflächen für die Meisterschaften bereitgestellt.

24 Trecker- und Pferdegespanne versammelten sich auf der Fläche in Altenrade, um in fünf Klassen nicht nur um die schleswig-holsteinischen Landesmeisterschaften, sondern auch um die Qualifizierung für den Bundesentscheid bei den Deutschen Meisterschaften 2014 um die Wette zu pflügen. In der Juniorklasse für Fahrer unter 35 Jahre zog Sonja Jordan (28) aus Alt-Duvenstedt beim sogenannten Beetpflügen mit ihrem historischen Hannomag und einem Zweischaar-Kvernelandpflug den Männern mit 159 Punkten davon und holte sich den ersten Platz.

Spannend ging es auch bei den Pferdegespannen zu. Zehn Meter breit und 50 Meter lang ist das Wettbewerbsfeld für die Pferdegespanne. Einmal gestartet gilt es, die Ruhe zu bewahren, auch wenn einmal ein Stein den Pflug aus der Richtung bringt und ein möglichst perfektes Pflugbild in den Acker zu ziehen.

Am Ende musste Titelverteidiger Detlef Masch den großen Wanderpokal der Gespannpflüger an Werner Unruh aus Börn abgeben. „Die ersten fünf von zehn Jahren habe ich nur hinter den alten Hasen hinterher gepflügt und durfte ihre Siegerfurchen im Acker bewundern“, freute sich Unruh über seinen Landesmeistertitel im Gespannpflügen. Jetzt, mit zehn Jahren Erfahrung, weiß der 57-Jährige, wie er sein Haflingergespann auf Kurs und den Rudolf-Sack-Karrenpflug auf der richtigen Tiefe halten muss, um zu gewinnen.

In der Drehpflugklasse sorgte Jan Wintjen mit 168 Punkten für ausreichend Abstand zu seinen Konkurrenten. Mit dem ersten Platz in Rendswühren darf Wintjen seinen Namen zum fünften Mal als Landesmeister auf den Wanderpokal gravieren lassen. Dazu gratulierte auch Claus Bahlert, der sich mit 169 Punkten den Sieg in der Classic-Klasse holte. Über anerkennenswerte 166 Punkte freute sich Joachim Muhlack, der sich damit den Titel des Landesmeisters in der Oldtimerklasse-Hydraulik sicherte. Außerdem durfte Lars Nietz sich über den Juniorpokal als bester Pflüger unter 21 Jahre freuen.

Sieben spannende Stunden um die besten Pflugfurchen und das sauberste Pflugbild gingen mit der Siegerehrung im scheidenden Tageslicht über den Altenrader Feldern zu Ende. Dann fuhren die Liebhaber alter Landmaschinen und Traditionspflüge ihre Arbeitspferde und Dieselrösser wieder auf die Hänger hinter den großen Brüdern mit weit über 100 Pferdestärken oder den schmucken kleinen Anhänger hinterm Wohnmobil – nach Hause, zum Luftholen und in den Gedanken bei der nächsten Furche auf dem nächsten Wettbewerb.

„Leistungspflügen und Wettbewerbe, das ist Familiensache. Sonst funktioniert das nicht“, meinten die Teilnehmer, die auch schon einmal für eine Meisterschaft nach England oder quer durch Deutschland fahren.

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