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Rickling : Pflegebedürftige werden immer jünger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Psychiatrischen Zentrum in Rickling werden immer mehr jüngere Menschen gepflegt. Außerdem sieht der Landesverein großen Bedarf bei Angeboten für Migranten.

„Mit einer 96-prozentigen Auslastung des Krankenhauses stehen wir gut da. Dennoch plagen uns Sorgen, denn die Finanzierung der Personalkosten wird immer schwieriger“, erklärte Direktor Pastor Rüdiger Gilde. Er stellte den Jahresbericht des Landesvereins für Innere Mission, Träger des Psychiatrischen Zentrums in Rickling ist, vor. Geschäftsführer Claus von der See erläuterte: „Wir sind bei der Bezahlung der Mitarbeiter tarifgebunden. Die jetzt ausgehandelte Erhöhung der Bezüge um 3,1 Prozent geht jedoch mit einer lediglich zweiprozentigen Erhöhung des gedeckelten Budgets einher. Die Differenz muss also von uns erarbeitet werden. Durch die wachsenden Anforderungen ist dies jedoch schwierig.“

In dem Bericht wurde auch ein hoher Beratungsbedarf für bei Türken herausgestellt. Leider gebe es aber nichts Neues zum Bestreben, ein speziell für Menschen mit türkischem Migrationshintergrund zugeschnittenes Angebot auf den Weg zu bringen, so Gilde. „Der Bedarf ist enorm, doch es ist ein Novum. Ich hoffe, weitere Gespräche mit dem Ministerium und den Kassenverbänden werden zu einem positiven Ergebnis führen“, erklärte Gilde.

Im Reha- und Pflegebereich werden die Bewohner immer jünger. Umso wichtiger werde es, die Bewohner in der Gemeinschaft zu integrieren, weshalb gemeinsam mit dem Kreis Segeberg zukunftsorientierte Konzepte weiterentwickelt werden sollen, sagte Gilde.

Auch der Zulauf der Suchthilfe sei ungebrochen und steige sogar noch. Bei der Ambulanten und Teilstationären Suchthilfe (ATS) wurden mit mehr als 3000 Menschen Einzelgespräche geführt. Annähernd 25 000 Personen nahmen außerdem an rund 1000 Präventionsveranstaltungen teil. Auch die Schulen arbeiten vermehrt mit der ATS bei der Suchtprävention zusammen.

Zur Freude von Gilde ist die Auftragslage in den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen gut. Etwa 1100 Beschäftigte gehen in den Werkstätten ihrer Arbeit nach. Ansteigend sei dabei die Anzahl der Arbeitsplätze, bei denen Gruppen oder Einzelpersonen in anderen Firmen tätig sind.

Auch die Eingliederungshilfe und Teilhabe am öffentlichen Leben entwickelt sich positiv. So lebten von den, vom Landesverein betreuten rund 600 Menschen, nur noch 40 Prozent in größeren Wohnstätten. 18 Prozent sind in kleinen Außenwohngruppen untergebracht und 42 Prozent werden in ihrer eigenen Wohnung betreut. Zukünftig werde es jedoch einen größeren Bedarf an Seniorenheimen geben.

Das gleiche gelte für die Einrichtungen der regulären Altenhilfe. Der Landesverein baut hier zunehmend die Einzelzimmerbelegung in seinen Häusern aus. Doch die zu zahlenden Pflegesätze dort bewegen sich schon jetzt aufgrund der Personalkosten im oberen Segment. „Die Häuser brauchen keinen Vergleich mit anderen Wettbewerbern zu scheuen, aber der Preis spielt hier eine entscheidende Rolle. Doch der eklatante Mangel an Pflegekräften wird auch andere Unternehmen zwingen, ihre Vergütung zu erhöhen, so dass der Landesverein letztlich durch die Qualität der Häuser im Wettbewerb bestehen wird“, meinte Gilde abschließend zuversichtlich.


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erstellt am 03.Sep.2013 | 08:15 Uhr

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