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Pferdeseuche : Pferdehalter machen sich wegen Rotz nicht verrückt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Großveranstaltung des Pferdestammbuchs und das Internationale Reitturnier sollen planmäßig in den Holstenhallen stattfinden.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Neumünster | Die Seuche Rotz sorgt bei Pferdehaltern weiter für Unruhe, vor allem mit Blick auf die nächsten Großveranstaltungen in den Holstenhallen. Am Freitag beginnt die Großveranstaltung des Pferdestammbuchs, eine Woche später findet das Internationale Reitturnier statt. Das Kieler Landwirtschaftsministerium versuchte gestern zu beruhigen.

„Wir sehen für Anordnungen nach dem Tierseuchenrecht für die Veranstaltungen derzeit keine Anhaltspunkte“, erklärte Sprecherin Nicola Kabel. Allerdings dauerten die Untersuchungen noch an. Vergangene Woche war in Niedersachsen bei einem aus Schleswig-Holstein stammenden Pferd die gefährliche Seuche Rotz nachgewiesen worden. Daraufhin wurden drei Betriebe, in denen das Tier gehalten worden war, vorsorglich gesperrt. Es wurden Proben genommen und ans Landeslabor zur Untersuchung gegeben. Reitturnier in den Holstenhallen wurde am Wochenende abgebrochen.

Nachdem das Labor zunächst Hinweise auf weitere Erkrankungen hatte, widersprach das nationale Friedrich-Loeffler-Institut nach weitergehenden Proben dieser Einschätzung. Kiel hob dann die Sperrung eines Betriebes in Ostholstein auf. „Derzeit sind drei Betriebe vorsorglich gesperrt, bis die Proben abschließend untersucht sind“, sagte Kabel.

„Wir warten jetzt erst einmal die Ergebnisse ab. Bisher ist ja in Schleswig-Holstein kein Fall aufgetreten“, erklärte die Amtstierärztin Dr. Bettina Kohnen-Gaupp. Bislang gebe es keinen Grund, die Veranstaltungen abzusagen.

Beim Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/ Hamburg standen in den vergangenen Tagen die Telefone nicht still. Hauptthema war die Frage: Gibt es Auflagen für die Körung und den Schautag am Wochenende? Antwort: bislang nicht. „Die Körung wird am Freitag planmäßig um 8 Uhr mit der Pflastermusterung und dem parallel laufenden Probefreispringen beginnen“, erklärte eine Sprecherin. Der Verband stehe im Kontakt mit dem Veterinäramt. „Wir können schnell handeln, sollte sich die Lage verschärfen“, sagte sie.

Eine Woche später, vom 12. bis 15. Februar, findet das Internationale Reitturnier statt. Organisationsleiterin Bettina Schockemöhle geht ebenfalls von einem problemlosen Ablauf aus: „Wir können nur konkrete Infos abwarten und wollen weder uns noch andere verrückt machen“, sagte sie.

Die Holstenhallen gehen auf Nummer Sicher. „Weil wir viele Veranstaltungen mit Tieren machen, haben wir einen extrem hohen Desinfektionsstandard. Aber natürlich haben wir noch einmal alles bis ins Detail überprüft und die Mitarbeiter sensibilisiert. Wir sind gut vorbereitet“, sagte Hallen-Geschäftsführer Dirk Iwersen.

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