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Bahnhofstrasse : Pfarrer fordert einen Zebrastreifen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Peter Wohs befürchtet Unfälle vor der katholischen St. Maria-St. Vicelin-Kirche. Die Stadt verspricht eine Überprüfung.

Neumünster | Peter Wohs ist in großer Sorge: „Seit die Bahnhofstraße wieder frei ist, hat der Verkehr zugenommen. Die Autos und Laster fahren zudem sehr schnell“, sagt der Pfarrer der katholischen St. Maria-St. Vicelin-Kirche. Er blickt aus dem Fenster seines Arbeitszimmers auf eine Gruppe Schüler, die auf dem Bürgersteig vorbeigeht: „Hier laufen so viele Kinder und auch ältere Menschen. Es muss doch nicht erst jemand unter dem Auto liegen.“ Wohs fordert einen dauerhaften Zebrastreifen vor der Kirche.

Seit Ende April gibt es eine provisorische Variante mit gelben Klebestreifen direkt unter der Bahnüberführung. Sie wurde eingerichtet, weil der Bürgersteig auf der gegenüberliegenden Seite durch die Bauarbeiten für die Holsten-Galerie gesperrt ist. Doch kaum ein Autofahrer nehme diesen Überweg wahr, hat Wohs beobachtet. Auch als er gestern selbst die Straße überqueren will, hält erst das fünfte Auto vorschriftsmäßig an. „Der Zebrastreifen ist kaum erkennbar“, sagt der Pfarrer.

Ihm liegt die Sicherheit der Menschen am Herzen. Beinahe jeden Tag finden Gottesdienste, auch mit älteren und behinderten Besuchern statt, sonntags sogar mehrere. Die Kinder der katholischen Kindertagesstätte St. Elisabeth-Haus kommen öfter ins Gotteshaus. Außerdem ist die Kirche täglich von 9 bis 18 Uhr für jeden geöffnet. „Unabhängig davon gehen hier viele Schüler vorbei, und wir haben einige Kinder in der Nachbarschaft“, sagt Wohs, der auch schon Beschwerden aus der Gemeinde erhalten hat. Er bedauert, dass die Stadt bis jetzt keine Notwendigkeit für den Zebrastreifen sieht. „Schon vor einem Jahr habe ich gemahnt, dass der Verkehr hier zunehmen wird. Leider blieb das bislang unerhört.“

Bernd Heilmann von der Stadtplanung verspricht eine zeitnahe Prüfung. Eine neue Verkehrszählung soll es allerdings nicht geben. „Wir können die Aufzeichnungen von Ampeln auswerten und auf die Prognosedaten zurückgreifen, die im Rahmen des Neubaus der Holsten-Galerie erstellt wurden“, sagt er und macht durchaus Hoffnung, dass es einen dauerhaften Zebrastreifen vor der Kirche geben könnte. Allerdings müsse eine Sache dabei beachtet werden: „Er darf laut Vorschriften nicht zu dicht an weiteren Querungshilfen, also zum Beispiel der Fußgängerampel sein.“ Bis Anfang kommenden Jahres will die Stadt die vorhandenen Daten auswerten und dann das Ergebnis verkünden.

Kommentar: Mit Sicherheit die beste Lösung

Nein, er wolle niemandem auf den Schlips treten, aber einfach hinnehmen mag Pfarrer Wohs die Situation auch nicht. Und das ist auch gut so. Seit auf der Bahnhofstraße wieder der Verkehr rollt, ist es nicht nur für Gottesdienst-Besucher  gefährlicher geworden. Die neue und leicht verbreiterte Fahrbahn lädt halt zum Gasgeben ein. Wenn die Holsten-Galerie eröffnet ist, wird der Verkehr weiter zunehmen; nicht nur mehr Autos, auch mehr Fußgänger und Radfahrer werden dann unterwegs sein. Der provisorische Zebrastreifen ist  gut gemeint, aber unglücklich unter der dunklen Bahnbrücke platziert. Er wird gerade von auswärtigen Autofahrern nicht erkannt. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer ist nur einseitig. Das reicht alles nicht. Ein Zebrastreifen vor der Kirche ist mit Sicherheit die beste Lösung.

 

 

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erstellt am 12.Nov.2014 | 08:00 Uhr

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