Nord Award : Peter Petrel bricht mit Schlaganfall zusammen

Peter Petrel (74, rechts) freute sich am Freitagabend bei der Preisverleihung gemeinsam mit Beatclub-Ikone Uschi Nerke (70) und Gastgeber Kurt Schulzke (64) über die Auszeichnung für sein Lebenswerk. Kurz darauf erlitt der Sänger einen Schwächeanfall. Zurzeit wird er im Friedrich-Ebert-Krankenhaus behandelt.
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Peter Petrel (74, rechts) freute sich am Freitagabend bei der Preisverleihung gemeinsam mit Beatclub-Ikone Uschi Nerke (70) und Gastgeber Kurt Schulzke (64) über die Auszeichnung für sein Lebenswerk. Kurz darauf erlitt der Sänger einen Schwächeanfall. Zurzeit wird er im Friedrich-Ebert-Krankenhaus behandelt.

Der Schlagersänger wird kurz nach der Preisverleihung ohnmächtig. Ärzte im FEK diagnostizieren leichten Schlaganfall.

shz.de von
05. Januar 2015, 05:30 Uhr

Neumünster | Eigentlich sollte es ein fröhlicher Abend unter Freunden werden. Rund 100 Gäste aus der Hamburger und Neumünsteraner Kunst- und Musikszene waren am Freitagabend ins Atelier Kunstblick des Neumünsteraner Künstlers Kurt Schulzke gekommen, um den Jazz- und Schlagersänger Peter Petrel (74) mit dem Nord Award für sein Lebenswerk zu ehren. Dann der Schock: Nur wenige Minuten nach der Preisverleihung erlitt Petrel einen Schwächeanfall und brach vor der Bühne bewusstlos zusammen.

Freunde und erste Gratulanten leisteten erste Hilfe und alarmierten den Rettungsdienst. Petrel wurde mit dem Rettungswagen ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus gebracht. Die Ärzte diagnostizierten einen leichten Schlaganfall.

Auf Anfrage berichtete Kurt Schulzke am Sonnabendmorgen, dass es Petrel bereits wieder besser gehe. „Er hat gestern Abend schon wieder gelächelt und meiner Frau, die ihn ins Krankenhaus begleitete, aufgetragen, dass die Party auf jeden Fall weitergehen soll. Er hat auch keine Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen. Peter ist jetzt in guter Behandlung und auch seine Frau Tina ist heute Nacht noch aus Koblenz angereist“, sagte Schulzke, der auch Kurator des Nord Award ist.

„Dennoch bin ich natürlich immer noch geschockt“, sagte Schulzke. „Aber wir sind alle in einem Alter, indem einem so etwas jeden Tag passieren kann“, erklärte der Maler und Musiker, der im April selbst einen Schlaganfall erlitten hatte.

Peter Petrel hatte den Nord Award, der seit 2004 an norddeutsche, charismatische Persönlichkeiten verliehen wird, zuvor mit großer Freude aus der Hand von Beatclub-Ikone Uschi Nerke (70) entgegengenommen. „Das ist etwas Besonderes, weil diese Auszeichnung für mein Lebenswerk und nicht für einen einzelnen Erfolg steht. Außerdem ist es toll, die alten Recken einmal wiederzusehen“, freute sich der Musiker unmittelbar nach der Ehrung. Petrel hat sich vor allem als Jazz- und Schlagersänger („How Do You Do“, „Hamburger Deern“, „Ich fahr so gerne Rad“) einen Namen gemacht und war in den 80er-Jahren Mitglied der legendären Hamburger Rentnerband.

„Ich bin auch heute noch gern unterwegs“, bekannte der 74-Jährige nach der Preisverleihung. Zurzeit sei er auf Tour und werde wahrscheinlich auch seinen 75. Geburtstag im April nicht in Familie feiern, erzählte der Jazzer, der sich neben unzähligen anderen Auszeichnungen seit 2002 auch über die Ehrenbürgerschaft in der Jazz-Metropole New Orleans freuen kann.

Ob die Tournee-Konzerte jetzt allerdings tatsächlich wie vorgesehen stattfinden können, ist überaus ungewiss.

Die Gäste der Preisverleihung hielten sich nach der Entwarnung aus dem Krankenhaus am Freitagabend an die Aufforderung Petrels und feierten den Nord Award bis in die frühen Morgenstunden. Neben Uschi Nerke und NDR-Legende und Radio Nora-Moderator Wolf-Dieter Stubel (74) hatten sich dazu zahlreiche weitere Weggefährten Petrels im Kunst-Atelier an der Wrangelstraße eingefunden. Unter anderem tauschten Uwe Lost (Truck Stop) sowie Alfred Spor und Hans Appold (Die Melker) muntere Anekdoten aus jahrzehntelanger Bühnenerfahrung und Geschichten aus der Hamburger Musikszene aus.

„Wir haben noch ausgiebig über die wilde Zeit in Hamburg, „Schulzkes Skandal Trupp“ und die „Rentnerband“ geplaudert. Das hat Spaß gemacht. Aber natürlich wünschen wir jetzt vor allen Dingen Peter gute Besserung“, resümierte Kurt Schulzke über die letztlich gelungene, wenn auch überschattete Preisverleihung. Mit dem Festakt war auch gleichzeitig Schulzkes Ausstellung „Nordlichter – Nordgesichter“ in seinem Atelier an de Wrangelstraße eröffnet worden.

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