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Verbraucherbildung : Pestalozzischule wird zum Vorreiter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Tungendorfer wollen als erste Grundschule in Deutschland Verbraucherschule werden. Erste Ergebnisse wurden jetzt vorgestellt.

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erstellt am 23.Mär.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Es ist ein Novum im Land: Die Pestalozzischule in Tungendorf ist bundesweit die erste Grundschule, die sich Verbraucherbildung als Schulkonzept auf die Fahnen schreibt. Unterstützung erhält sie dabei von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, die sie auf dem Weg zur sogenannten Verbraucherschule begleitet. Das Projekt startete im September 2015, läuft bis August 2017 und wird mit rund 68  700 Euro durch die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz gefördert. Bei der Auftaktveranstaltung wurden gestern die Schwerpunkte vorgestellt.

Das Grundthema ist an sich kein neues. Mit Beginn des Schuljahres 2009/2010 hat Schleswig-Holstein als erstes Bundesland das Fach Verbraucherbildung verpflichtend an weiterführenden Schulen eingeführt. Gymnasien und Grundschulen sind allerdings nicht von dieser Regelung betroffen. Das Kollegium der Pestalozzischule ist jedoch überzeugt: Ein Mindestalter für Verbraucherbildung gibt es nicht.

Und so ging es nach intensiven Gesprächen der Schul- und Projektleitung im Sommer an die Antragstellung. „Das war eine intensive Phase, in der wir ermittelt haben, was die Schule bereits zum Thema Verbraucherbildung macht und welche Ressourcen zur Verfügung stehen“, sagt Projektleiterin Selvihan Koç von der Verbraucherzentrale.

Geschult wird in den Kernbereichen Ernährung, Finanzen, Medien und nachhaltiger Konsum. Damit Verbraucherbildung fester Bestandteil des Schullebens wird, steht auch die Entwicklung interner Unterrichtskonzepte auf dem Plan. Erste Ergebnisse kann die Pestalozzischule bereits vorweisen. So wird seit diesem Schuljahr eine Arbeitsgemeinschaft Verbraucherbildung angeboten. Die Kinder lernen dort beispielsweise, wie gesund gekocht wird, wie man Müll richtig trennt und dass man bestimmte Informationen über sich selbst nicht im Internet preisgeben sollte. Für Eltern gibt es ebenfalls regelmäßige Informationsveranstaltungen, damit das in der Schule Erlernte auch zu Hause Anwendung findet. „Es ist wichtig, alle Beteiligten mit ins Boot zu holen: Schulleitung, Lehrer, Schüler, Eltern, aber auch externe Partner“, sagte Selvihan Koç.

In der Turnhalle der Schule präsentierten die Grundschüler gestern Nachmittag, was sie bereits gelernt haben. Der achtjährige Mats erwies sich beim Thema „Gesunde Ernährung“ schon als kleiner Experte. „Für ein gesundes Frühstück braucht man Obst, Gemüse, Getreide, ein Milchprodukt und Wasser oder verdünnte Schorle“, erklärte er. Er selbst achtet ebenfalls auf gesunde Ernährung: „In meiner Brotdose sind Äpfel, Möhren und ein Vollkornbrot mit Käse“, erklärte er stolz.

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