Grossharrie/Ghana : Perlenmacher verlor sein Hab und Gut

Oklah Tetteh (links) und ein Mitbewohner stehen vor einem Trümmerhaufen und räumen nach dem Brand auf.
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Oklah Tetteh (links) und ein Mitbewohner stehen vor einem Trümmerhaufen und räumen nach dem Brand auf.

Oklah Tetteh aus Ghana war zweimal in Großharrie zu Gast.

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09. Januar 2015, 06:00 Uhr

Grossharrie | Zweimal hat der afrikanische Perlenmacher Oklah Tetteh schon Großharrie besucht. Jetzt stehen nach einem Brand neun Familien und seine Perlenmacherschule in Ghana vor dem Aus.

Neun Familien und ihre Kinder aus einer kleinen Ansiedlung bei Koforidua in Ghana standen Ende des Jahres nach einem Feuer, das ihr gesamtes Hab und Gut zerstört hat, vor einem rauchenden Trümmerhaufen. So wie ihre kleinen Zweizimmerwohnungen liegt jetzt auch das Leben der Familien in Schutt und Asche. Zu der kleinen Gemeinschaft, die mit ihren Kindern in dem sogenannten Compound gelebt hat, gehört auch Kunsthandwerker Oklah Tetteh. Viele Besucher der kleinen Großharrier Kunsthandwerkerschmiede „Bölleli“ von Musiker- und Künstlerpaar Beate Schnitzler und Christoph Andersen kennen den afrikanischen Perlenmacher Oklah Tetteh inzwischen. Zuletzt hatte sich der Perlenmacher aus der Region Kologo in Nordghana im Mai vergangenen Jahres auf den Weg gemacht, um sein Handwerk in Großharrie und auf einigen Kunsthandwerkermärkten vorzustellen. Seit 2012 ist Tettehs Ziel der Aufbau einer kleinen Perlenmacherschule in Koforidua, in der er arbeitslosen Landsleuten die erforderlichen handwerklichen Geschicke traditioneller und moderner Perlenmacherkunst vermittelt und zeigt, dass es möglich ist, sich auch mit kleinen Mitteln eine Existenz aufzubauen. Nach dem Brand liegt auch diese Idee in Trümmern.

„Große Reichtümer sind mit der Glasperlenmacherei nicht anzuhäufen“, weiß Künstlerin Beate Schnitzler, die das Land seit Jahren regelmäßig besucht. Allein die Kinder konnten ihre Schulsachen retten, da das Feuer an einem Vormittag wütete, als die Kinder in der Schule waren. „Ein Säugling wurde fast vergessen und in letzter Minute gerettet“, berichtete Oklah Tetteh, der inzwischen einige Bilder schicken konnte und um Unterstützung für die Familien gebeten hat.

Tetteh und seinen Nachbarn ist wie vielen anderen in Not geratenen Menschen fast nur die Kleidung auf dem Leib geblieben. Eine Bleibe haben die Familien inzwischen wieder, so dass die erste Not gelindert ist, aber es fehlt an vielen Dingen. Selbst kleine alltägliche Gebrauchsgegenstände sind zerstört.

Geld für Material für die kleine Perlenmacherschule ist jetzt nicht mehr vorhanden. Die Werkstatt befindet sich zwar im Nachbarort. Trotzdem fehlen hier jetzt auch einige hundert Euro zum Weitermachen. So steht auch die gute Idee, aus eigener Kraft etwas auf die Beine zu stellen und ein altes Kunsthandwerk zu erhalten, auf wackeligen Füßen. Vorerst brauchen die Familien finanzielle Unterstützung. „Selbst für die kleinste Mietwohnung muss mitunter für zwei Jahre im Voraus gezahlt werden“, sagt Beate Schnitzler. Auch Sachspenden sind sinnvoll, denn im Februar besteht die Möglichkeit, die Dinge in einem Container nach Afrika zu verschiffen. Unterstützung erbittet die Großharrier Künstlerin auch noch für die Restfinanzierung eines Krankenwagens, den sie im Februar für die Region in Kologo nach Ghana verschifft hatte. Wer helfen möchte, wende sich an Beate Schnitzler in Großharrie, Tel. 0  43  94/99  17  15. 



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