Perfekter Dialog zwischen Geige und Piano

Jenny Abel und Mihai  Ungureanu  überzeugten mit ihrem genialen Zusammenspiel.
Jenny Abel und Mihai Ungureanu überzeugten mit ihrem genialen Zusammenspiel.

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28. September 2011, 03:59 Uhr

Bordesholm | Wenn eine "Grande Dame" des Geigenspiels und ein Pianist mit Ausbildung an einer renommierten Musikschule aufeinander treffen, kann nur ein großartiges Konzert herauskommen. Jenny Abel und Mihai Ungureanu zeigten beim ersten Konzert der Bordesholmer Herbstklänge in der Christuskirche auf eindrucksvollste Weise, was geniales Zusammenspiel bedeutet.

Diese zwei Musikgenies kamen sich nicht in die Quere, weder bei Robert Schumann, Johannes Brahms oder Franz Liszt, dessen Name für die aktuellen Herbstklänge titelgebend ist. Zum besseren Hörgenuss direkt vor den Zuschauerbänken musizierend, glänzten die Zwei in der "F.A.E.-Sonate" des Komponisten-Dreigestirns Schumann, Brahms und Albert Dietrich: drei verschiedene Handschriften, drei Stimmungen. Jenny Abel und der Rumäne Ungureanu entlockten dem sperrigen Werk genau die wichtigen Untertöne: melodisch und harmonisch bei Dietrich, atmosphärisch dicht bei Schumann und wild und ungestüm bei Brahms.

Das "Grand Duo concertant sur la romance de Le Marin" ist eine Herausforderung in Sachen Virtuosität für jeden Interpreten, und Jenny Abel begegnete ihr mit der ihr eigenen professionellen Ruhe. Ausufernd, geheimnisvoll und schwelgend, keine Note blieb hier verborgen, und auch in Liszts "Elegie für Violine und Klavier" führten Piano und Geige einen perfekten Dialog.

Experimentell ging es bei den "Augenblicken" von Violeta Dinescu zu, eigens für das Duo komponiert und von rauer Schönheit. Hingeworfene Töne, verschreckend und doch einnehmend, auch dies gefiel den 50 Besuchern zur Einstimmung auf den Herbst.

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