zur Navigation springen

Nach dem Feuer in Neumünster : Penny-Brandruine: Spürhund schlug nicht an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Polizeihund Paco schnüffelte Dienstag zwischen dem Schutt nach Brandbeschleunigern. Die Ermittlungen sind noch offen.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Neumünster | Ungeduldig bellte Paco am Dienstagmorgen im Auto. Der achtjährige Malinois-Rüde ist Brandmittelspürhund und war mit seinem Hundeführer, Polizeikommissar Hermann Hartz (54) vom Polizeirevier Husum, auf der Brandstelle des Penny-Marktes an der Wasbeker Straße. Sein Einsatz: Er sollte mit seiner feinen Spürnase erschnüffeln, ob das Feuer eventuell durch Brandstiftung entstand und Feuerteufel am Werk waren.

„Wir ermitteln immer noch in alle Richtungen. Wir wollen ausschließen oder bestätigen, ob es ein technischer Defekt war, Brandstiftung oder nichts dergleichen. Wir haben aber zurzeit noch keine neuen Erkenntnisse“, sagte Polizeipressesprecher Sönke Hinrichs. Am Sonntagmorgen gegen 4.45 Uhr hatten Passanten die Feuerwehr alarmiert. Die Berufsfeuerwehr und drei Freiwillige Wehren waren stundenlang im Einsatz. Den Schaden bezifferte die Polizei auf insgesamt1,7 Millionen Euro. Das Geschäft soll wieder aufgebaut werden.

Daher waren Vertreter der ermittelnden Kriminalinspektion Neumünster, aber auch des Landeskriminalamts und der Versicherung vor Ort, betraten aber die Brandstätte nur am Rande – auch, um den Ermittler auf vier Pfoten nicht zu stören. Vorsichtig kletterten Paco und sein Herrchen zwischen verbrannten Balken, verschmorten Kabeln und verkohlten Deckenplatten umher. Der Hund witterte in allen Ecken. „Er ist ausgebildet auf Autokraftstoff, Diesel, Feuerzeugbenzin, Brennspiritus und Universalverdünner. Wenn er so etwas riecht, schlägt er an. Schwierig ist es dadurch, dass Teppichbelag oder lackierte Bretter bei thermischer Zersetzung ähnlich riechen“, erklärte Hartz. Beim Schnüffeln hielt Paco des Öfteren inne und drehte sich aufmerksam zu seinem Herrchen um. „Wenn er sich nicht sicher ist, macht er das. Ich lese dann meinen Hund“, erklärte der Hundeführer.

Falls eine verdächtige Stelle eingekreist wird, dokumentieren die LKA-Ermittler das, nehmen Proben, die dann von einem sogenannten Photo-Ionisationsdetektor analysiert werden. Doch in diesem Fall schlug Paco nach etwa zehn Minuten intensiven Suchens nicht an. Eine Belohnung für den guten Job gab’s aber doch: Nach dem Einsatz durfte der Hund auf dem Gelände außerhalb noch einmal suchen – und dort fündig werden, wo sein Hundeführer vorher eine Flüssigkeit hingetröpfelt hatte.

Die Polizei bittet weiterhin Zeugen, eventuell gemachte Videos oder Fotos an sie zu geben und sich unter Tel. 04321/945-0 zu melden.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen