Pastorin Wichmann-Roß gestorben

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11. Juli 2012, 03:59 Uhr

Neumünster | Die treibende Kraft in Neumünsters Hospiz- und Palliativbewegung ist tot. Pastorin Regina Wichmann- Roß starb am vergangenen Sonntag im Alter von 55 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall bei Latendorf. Lebensbegleiter aus Kirche und Krankenhaus sprachen gestern von einem schweren Verlust für das Sozialleben der Stadt.

Die gebürtige Kielerin bekam nach ihrem Theologie-Studium als junge Pastorin eine Vertretungsstelle in Einfeld und kam so nach Neumünster. Ihre wahre Berufung fand sie aber, als sie vor 25 Jahren erstmals die Krankenhausseelsorge im Friedrich-Ebert-Krankenhaus übernahm. "Regina hat eine außergewöhnliche Begabung gehabt, Zugang zu leidenden Menschen und deren Familien zu finden", sagte gestern eine enge Freundin über die besonderen Qualitäten der Verstorbenen. Diese Begabung habe sie mit hohem persönlichen Einsatz und sozialem Engagement eingebracht: "Sie war eine Menschenfischerin und Powerfrau."

Regina Wichmann gehörte 1995 zu den Gründungsmitgliedern der Hospizinitiative Neumünster; 1997 war sie treibende Kraft beim Aufbau der Palliativstation im FEK. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer, die sich der Betreuung von Schwerstkranken widmen, lernten bei der unermüdlichen Pastorin das psychologische und seelsorgerische Handwerkszeug dazu. Auch die FEK-Bücherei geht auf ihre Initiative zurück.

Bei allem Engagement für die Patienten und deren Familien vergaß Regina Wichmann-Roß aber auch die Mitarbeiter des Krankenhauses nicht: Zahlreichen Trauungen und Taufen im FEK gehen auf ihr Konto.

Pastorin Regina Wichmann-Roß hinterlässt zwei Söhne im Alter von 15 und 17 Jahren.

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