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Suche nach Theologen : Pastorensuche wird immer schwieriger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vier offene Stellen müssen derzeit besetzt werden.

shz.de von
erstellt am 04.Okt.2017 | 09:00 Uhr

Neumünster | Für die evangelische Kirche wird es immer schwieriger, Pastoren für vakante Stellen in Neumünster zu finden. „Auf die Nordkirche insgesamt kommt in den nächsten zwei bis drei Jahren ein großes Problem zu. Denn es gehen dann viele Geistliche in den Ruhestand“, sagt Jürgen Schindler, Sprecher des Kirchenkreises Altholstein.

Derzeit sind vier Gemeinden in Neumünster und Wasbek unbesetzt. Gerson Seiß ist nach neun Jahren als Pastor in der Vicelingemeinde zur Militärseelsorge gewechselt. Die Bonhoeffer-Gemeinde muss auf Tobias Gottesleben verzichten, der nach 16 Jahren nun Pfarrer in Osthessen ist. Und nach Bad Schwartau in die Christuskirche zog es Pastor Andreas Rohwer aus Wasbek.

Ganz ohne „Stammpastor“ musste die Einfelder Kirchengemeinde in den vergangenen Monaten auskommen. Christian Dahl machte ein sogenanntes „Sabattical“, eine Auszeit zur Fort- und Weiterbildung. Eine Pilgerwanderung über die Alpen, ein Praktikum bei der Berliner Kirche und eine Studienreise nach Armenien standen für den 60-Jährigen an. Er ist seit 1. Oktober aber wieder im Dienst. Zum 1. September hat allerdings Antje William Einfeld verlassen. Sie arbeitet nun in Hamburg. „Wir haben zum Glück Vertretungspastoren, die in solchen Fällen einspringen“, sagt Jürgen Schindler.

So sind nun Andrea Simowski in der Vicelin-, Ulrike Witte in der Bonhoeffer- und Götz Dietrich Scheel in der Christusgemeinde Einfeld. Gleich drei Pastoren kümmern sich um Wasbek. Die Ausschreibungen für die vakanten Stellen laufen. „Das sind alles attraktive Posten, denn die Gemeinden sind gut aufgestellt“, wirbt Propst Stefan Block. Er räumt aber zugleich ein: „Bei uns im Norden ist wenig Bewegung. Die meisten Pastoren sind mit ihrem Standort zufrieden.“ Hinzu kommt, dass auch der Nachwuchs fehlt. Das Theologie-Studium und das Berufsbild sind längst nicht mehr so attraktiv wie früher.

Dennoch werde es in absehbarer Zeit nicht zum Zusammenlegen von Gemeinden in Neumünster oder im Umland kommen, sagt Jürgen Schindler: „Davon sind wir zum Glück noch weit entfernt.“

Das werde sich auch bei den anstehenden Pensionierungen in den kommenden Jahren nicht ändern, verspricht der Kirchensprecher. Unter anderem erreichen demnächst Dr. Reinhold Liebers in Gadeland und Hans-Christian Hübscher von der Luthergemeinde in Tungendorf das Rentenalter. Jürgen Schindler: „Es wird nicht einfacher, denn wir können uns leider unsere Pastoren nicht schnitzen.“

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