Kirchenkreis Altholstein : Pastor Stefan Bemmé hat Neumünster in Richtung Ostholstein verlassen

Stefan Bemmé war acht Jahre Pastor der Anscharkirchengemeinde.
Stefan Bemmé war acht Jahre Pastor der Anscharkirchengemeinde.

Der 60-Jährige ist jetzt Vertretungspastor im Kirchenkreis Ostholstein. Es ist der zweite Weggang innerhalb kurzer Zeit.

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14. Februar 2021, 12:49 Uhr

Noch ist Stefan Bemmé dabei, mit seiner Frau Magrit den Umzug in die Nähe von Lensahn vorzubereiten. Beruflich ist der Abschied schon vollzogen: Nach acht Jahren Wirken als Pastor der Anscharkirchengemeinde zieht es den 60-Jährigen als Vetretungspastor in den Kirchenkreis Ostholstein. Am 1. Februar hat er die neue Stelle angetreten, erster Einsatzort ist Burg auf Fehmarn, wo Bemmé die in den Mutterschutz gehende Pastorin Dr. Susanne Platzhoff vertreten wird.

Pastorenmangel

„Wir haben jetzt neu so etwas wie eine Regionenbildung“, erklärt Stefan Bemmé. Neben die Gemeinden und Querschnittsfunktionen wie etwa die Krankenhausseelsorge kämen nun die Regionen hinzu. Bemmé: „Ich gehe jetzt einen Schritt voraus, den auch die Gemeindepastoren künftig gehen werden. Sie werden für mehr als eine Gemeinde zuständig sein.“

Grund dafür sei der Pastorenmangel. „Das kann man beklagen, passt aber nicht zur Kirche. Eine Kirche, die jammert, ist nicht meine Kirche. Das ist die Realität“, so Bemmé.

Bemmé wird Neumünster vermissen

Deshalb könne er auch zu seiner wahrscheinlich letzten beruflichen Station auch beruhigt Ja sagen. „Ein wenig vermissen werden ich die Menschen aus Neumünster, ich bin auch traurig über den Weggang.“ Anschar mit Neumünster-Mitte sei eine große Herausforderung gewesen. „Und die habe ich gewollt“, sagt Bemmé.

Zusätzlich zur normalen Gemeindearbeit gab es die soziale Arbeit im Quartier, dem Vicelinviertel mit drei Moscheen, der Tafel und der Obdachlosenunterkunft an der Gasstraße. Bemmé: „Es gibt einen schönen Satz von Dietrich Bonhoeffer: ‚Beten und das Tun des Gerechten‘. Ich bin nicht Dietrich Bonhoeffer, aber ich versteh, was er meint. Dass ich in meine Mitte gehe als Quell von Kraft. Das andere ist das Tun des Gerechten. Beides hat meine Arbeit hier konstant geprägt.“

Der Abschiedsgottesdienst war coronabedingt im kleinen Kreis schon im Januar.

Neue Struktur in der Anschargemeinde

Die Anscharkirchengemeinde hat mit Angelika Doege-Baden-Rühlmann im November 2020 und jetzt Stefan  Bemmé in kurzer Zeit zwei Pastoren ziehen lassen müssen. Beide aus persönlichen Gründen. „Es ist nicht so, dass es einen Grund in der Gemeinde gibt, Anschar zu verlassen“, sagt Propst Stefan Block.

In Anschar werde an einem neuen Konzept gearbeitet. Das frühere Gemeindehaus ist an die Diakonie Altholstein als Familienzentrum verkauft. Die Gemeindearbeit findet in der Kirche statt, die dafür sieben Tage die Woche offen und zugänglich sei, so Block: „Da ist die Gemeinde im Übergang, daran wird gebaut.“.

Eine volle Stelle neu besetzen

Personell wird Anschar von bislang zwei Stellen mit je einer halben Stellen von Angelika Doege-Baden-Rühlmann und Katja Engelhard sowie der ganzen von Stefan  Bemmé  künftig auf eindreiviertel Stellen wechseln. Block: „Das ist die halbe Stelle, von Katja Engelhard besetzt. Dazu wird eine volle Stelle neu besetzt. Und für die 25-Prozent-Stelle wird wahrscheinlich Vicelin eine Abordnung für Anschar vornehmen.“

Die volle Stelle sei nicht ausgeschrieben, sondern werde auf Wunsch des Kirchengemeinderats der Nordkirche zur Zuweisung einer jungen Pastorin oder eines jungen Pastors überlassen. Die Nordkirche – das ist in diesem Fall Propst Block selbst: „Ich kümmere mich darum. Aber wer wann kommen wird, ist noch nicht reif zur Veröffentlichung.“

Bis es soweit ist, vertritt Pastor Michael Szelinski aus Brügge auf der noch vakanten Stelle. Block: „Die Gemeinde ist also ausgestattet. Aber ich verliere mit Stefan Bemmé einen netten Nachbarn.“

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