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Gerichtsbericht : Parkplatz-Streit wurde richtig teuer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erst stritten sich die Kontrahenten um den Fahrstil, dann wurde geschubst. Gestern sahen sich die Gegner vor Gericht wieder.

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erstellt am 28.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Neumünster | Eigentlich wollten nur zwei Männer im Baumarkt an der Rügenstraße einkaufen. Doch bereits auf der Zufahrt zum Parkplatz gerieten die beiden Autofahrer in Streit. Wenig später eskalierte die Auseinandersetzung. Gestern trafen sie sich vor Gericht wieder. Es ging um Nötigung und Körperverletzung.

Auf der Anklagebank saß ein Auszubildender (23). Der soll laut Staatsanwaltschaft am 4. Januar gegen 15.30 Uhr mit seinem Wagen hinter einem VW-Bus auf den Parkplatz gefahren sein und massiv gedrängelt haben. Die Frau (45) vor ihm am Steuer und ihr Beifahrer (38) nahmen einen aufheulenden Motor wahr. „Ich dachte, der fährt uns gleich in den Kofferraum“, sagte der Beifahrer als Zeuge. Wenig später soll der Angeklagte den Bus überholt haben, als der gerade links in eine Lücke einbiegen wollte. Ein Zusammenstoß wurde nur knapp vermieden.

Die Busfahrerin und ihr Begleiter stellten den jungen Autofahrer zur Rede – und das offenbar recht aufgebracht. „Du fährst wie ein Verrückter!“ und „Hast Du Deinen Führerschein erst heute gemacht?“, wurde gerufen. Laut Anklage ging der junge Mann daraufhin auf das Paar zu, packte den Mann an den Schultern, gab ihm eine Kopfnuss und stieß ihn gegen den VW-Bus, so dass eine Delle zurückblieb. Der Mann klagte anschließend über Übelkeit und Kopfschmerzen. Doch weder Polizisten noch ein Arzt im Krankenhaus entdeckten später eine Blessur an der Stirn.

Der Angeklagte bestritt gestern vehement die Vorwürfe. „Ich habe nicht gedrängelt und niemanden geschnitten. Sie hat nicht geblinkt, also bin ich vorbeigefahren“, beteuerte der Neumünsteraner. Von einer Kopfnuss wollte er auch nichts wissen. Er gab aber zu, den Kontrahenten gestoßen zu haben, als der mit erhobenen Armen gebrüllt habe.

Weil auch ein unbeteiligter Zeuge keinen Kopfstoß gesehen hatte, blieb als Körperverletzung im Urteil nur der Stoß gegen den VW-Bus übrig. Auch von der Nötigung am Steuer wurde der Mann freigesprochen. „Es gibt keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass Ihnen die Fahrstrecke der vorausfahrenden Frau bewusst war. Die Beweislage reicht da nicht aus“, so die Richterin.

Der Stoß wird den einschlägig vorbestraften Mann allerdings 200 Euro kosten. Er darf die Geldstrafe in 30-Euro-Raten abstottern. Sollte die Fahrerin des VW-Busses noch weiter vor das Zivilgericht ziehen und dort gewinnen, könnten die nächsten 200 Euro fällig werden – für die Reparatur der Beule.

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