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Todesursache unklar : Pädophiler Sexualstraftäter aus Neumünster ist tot

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Polizei fand den Rentner tot in seiner Wohnung. Gegen den früheren Banker war erneut ermittelt worden.

von
erstellt am 17.Mär.2015 | 05:30 Uhr

Neumünster | Der pädophile Sexualstraftäter (74) aus Neumünster ist tot. Das bestätigten jetzt auf Nachfrage die Polizei und das Kieler Landgericht. Dort ist die Führungsaufsicht angesiedelt, die die Auflagen für den früheren Banker überwachte. Der Mann musste unter anderem auch eine elektronische Fußfessel tragen.

Da deren Batterien längere Zeit nicht mehr aufgeladen wurden, hatte die Führungsaufsicht am vergangenen Freitag die Polizei alarmiert. Die rückte gemeinsam mit dem Rettungsdienst an. Nach der Schilderung von Augenzeugen stellte die Polizei eine Leiter an den Balkon des Hauses, in dem der Rentner wohnte, und betrat dann auch das Haus über den Balkon. Das Fenster soll dort aufgestanden haben, auch habe das Licht schon längere Zeit gebrannt.

„Die Todesursache ist noch nicht geklärt“, sagte Richterin Rebekka Kleine, die Sprecherin des Kieler Landgerichts. Die Ermittlungen liefen noch. Laut Polizeisprecher Sönke Hinrichs gibt es „aus polizeilicher Sicht keinen Anlass anzunehmen, dass es sich um eine nicht-natürliche Todesursache handelt“. Es sei denn, die Obduktion des Mannes ergebe etwas anderes, sagte Hinrichs.

Der Rentner war 1999 wegen sexuellen Missbrauchs an einem Jungen in 99 Fällen zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Nach der Verbüßung der Strafe war der Mann nach Neumünster gezogen. 2012 war er hier wieder auffällig geworden, da er sich trotz Verbots Mädchen und Jungen genähert und sie angesprochen hatte. Die Polizei hatte den Mann 2013 über Monate observiert.

Wegen des Verstoßes gegen die Weisungen war er zu acht Monaten Haft verurteilt worden. Als er die abgesessen hatte, war er wieder in die Wohnung in Neumünster gezogen. Er musste engen Kontakt zu seinem Bewährungshelfer halten und die Fußfessel zur Überwachung tragen. Angebote für eine Therapie soll er abgelehnt haben.

Offenbar war er erneut auffällig geworden. „Es gibt wieder ein Ermittlungsverfahren mit mehreren Taten in Neumünster wegen Verstoßes gegen die Weisungen der Führungsaufsicht“, sagte Richterin Rebekka Kleine. Das Verfahren sei mit dem Tod des Beschuldigten erledigt und werde eingestellt.

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