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Sextäter aus Neumünster : Pädophiler Rentner vorerst wieder hinter Gittern

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der verurteilte Sextäter aus Neumünster wird um seine Haftstrafe wohl nicht herumkommen. Er selbst hält sich für nicht haftfähig, die Staatsanwaltschaft bezweifelt das aber. Weil er nicht zum Amtsarzt wollte, holte die Polizei den 73-jährigen zu Hause ab.

Neumünster | Der wegen Kindesmissbrauchs verurteilte 73-jährige Rentner aus Neumünster sitzt vorläufig wieder hinter Gittern. Die Polizei holte ihn am Mittwochmorgen von zu Hause ab, um ihn zum Haftantritt nach Kiel zu bringen. Inzwischen wurde der Mann zur Justizvollzugsanstalt an der Boostedter Straße überführt, wo er auf seinen Gesundheitszustand untersucht werden soll. Sollte der Amtsarzt ihm Haftfähigkeit bescheinigen, wird er unmittelbar danach seine neuerliche Haftstrafe antreten müssen.

Der einschlägig vorbestrafte 73-Jährige war bereits im Februar in einem Berufungsverfahren vor dem Kieler Landgericht zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er sich trotz richterlichen Verbots erneut Kindern genähert hatte. An den Teichuferanlagen und auf einem Spielplatz an der Walter-Hohnsbehn-Straße sowie an der Ehndorfer Straße soll er Jungen und Mädchen angesprochen haben.

Wegen dieser Verstöße gegen die richterlichen Auflagen hatte ihn zunächst das Amtsgericht Neumünster zu vier Monaten Haft verurteilt. Dagegen hatte der Mann Berufung eingelegt. Das Landgericht in Kiel bestätigte jedoch die Verurteilung und hob das Strafmaß sogar auf acht Monate an. Eine beim Oberlandesgericht in Schleswig eingelegte Revision wurde vom Gericht als unbegründet zurückgewiesen. Damit wurde das Kieler Urteil rechtskräftig.

Im vorläufig letzten Versuch, dem Haftantritt zu entgehen, hatte sich der laufend von der Polizei observierte Rentner Anfang Oktober als haftunfähig bezeichnet. Allerdings kam er mehreren Aufforderungen, sich einer Untersuchung durch den Amtsarzt zu unterziehen, nicht nach.

Als er jetzt erneut den Gang zum Amtsarzt ablehnte, nahm ihn die Polizei fest, um ihn zwangsweise vorzuführen. Das Ergebnis der Untersuchung stand gestern noch aus. Die Kieler Staatsanwaltschaft ließ gestern allerdings durchblicken, dass man die angeblichen gesundheitlichen Probleme für vorgeschoben hält. Man gehe davon aus, dass der Mann haftfähig sei, hieß es gestern aus der Behörde.

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erstellt am 18.Okt.2013 | 07:00 Uhr

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