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Gerisch-Stiftung : Packende Lesung über Schein und Sein der Filmwelt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Dagmar Seifert stellte ihre Kurzgeschichte „Gegenschnitte“ vor.

Neumünster | Eine rundum vergnügliche Lesestunde bereitete am Sonntag die Schriftstellerin Dagmar Seifert ihren Gästen in der Villa der Gerisch-Stiftung. Das EM-Achtelfinale zwischen Deutschland und der Slowakei dürfte sie jedoch Besucher gekostet haben. Nur rund ein Dutzend Gäste hatte am späten Nachmittag den Weg an die Brachenfelder Straße gefunden.

Dagmar Seiferts Kurzgeschichte „Gegenschnitte“ kann als literarische Ergänzung der aktuellen Ausstellung „Friendly Footage“ begriffen werden, die sich mit den wechselseitigen Beziehungen zwischen Kunst und Spielfilm auseinandersetzt. Dagmar Seifert und der künstlerische Leiter der Stiftung, Professor Claus Friede, sind alte journalistische Bekannte. „Mir haben ihre Filmkritiken immer sehr gefallen. So sind wir übereingekommen, dass sie für unsere Ausstellung die Textebene einbringt“, sagte der Chefredakteur des Internet-Feuilletons Kulturport über seine ehemalige Stellvertreterin.

Die Geschichte um einen alternden Starregisseur, seiner überkandidelten Schauspieler-Gattin und der neuen blutjungen Geliebten handelt vom Sein und Schein des Filmwelt. Aufgebaut ist der Text szenisch, geschnitten in elf Episoden, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden. „Beim Schreiben dieser Geschichte kam es darauf an, die Filmatmosphäre zu integrieren“, erklärte die Autorin, die als Tochter eines Filmproduzenten mit dem Medium bestens vertraut ist. Sieben Romane hat die umtriebige Autorin aus der Nähe von Uetersen bereits verfasst.

Kurzgeschichten stellen aber eine eigene Herausforderung dar, wie sie schilderte: „Vieles darf nur angedeutet werden, und trotzdem muss die Stimmung jeder Szene ganz dicht sein.“ Das ist ihr gelungen, ihre Figuren gewannen schnell ein Gesicht und wurden in der Fantasie des Zuhörers lebendig. Dazu kam eine kräftige Prise unaufdringlicher Sarkasmus und die gekonnte Vortragsweise von Dagmar Seifert.

Eine Veröffentlichung der Geschichte ist nicht geplant, sie kann aber im Internet unter www.dagmar-seifert.com nachgelesen werden.

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