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Tierpark : Otter flogen schon nach Belfast und nach Korea

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eine besondere Führung brachte viele Erkenntnisse über den Artenschutz im Tierpark

von
erstellt am 05.Aug.2014 | 13:24 Uhr

Mit großer Sachkenntnis und Begeisterung brachte die Zoologische Leiterin des Tierparks, Verena Kaspari, gestern den Teilnehmern der monatlichen Sonderführung das Thema „Tier- und Artenschutz im Zoo“ näher.
Rund 40 Besucher, unter ihnen viele Mitglieder der Tierparkvereinigung, aber auch zahlreiche Tagesgäste sowie ein Kamerateam der Medientechnik der Technischen Universität Hamburg folgten der Parkchefin durch die Anlage.

Die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuhörer bewies, dass die 36-Jährige weiß, wie man einen spannenden, informativen Vortrag hält. „Sie ist einfach ein Glücksgriff für Neumünster“, sagte Gerda Lohmann (73) über die frische, patente Art der Diplom-Biologin, die seit April den Tierpark leitet.

In rund anderthalb Stunden erläuterte Verena Kaspari die Grundsätze des Tierparks, der sich neben der Erholung und der Bildung der Menschen auch dem aktiven Artenschutz der Tiere widmet. „Aber wann ist eine Tierart bedroht?“ – das schickte sie zunächst als Frage in die Runde. „Von der sogenannten Roten Liste hat wohl jeder schon einmal gehört. Die führt Arten auf, die extrem vom Aussterben bedroht sind. Doch mit nationalen und internationalen Vernetzungen unter den Einrichtungen wird versucht, den Erhalt dieser Arten sicherzustellen“, erklärte sie.

Hierzu werden zum Beispiel über den Verband der Zoologischen Gärten (VDZ) Zuchtbücher geführt. Sie ermöglichen die Dokumentation des Bestandes sowie einen kostenlosen Austausch von Tieren innerhalb der Verbände. Ziel sei es, so der Inzucht entgegenwirken und dem weiterhin existierenden Schwarzhandel mit Wildfängen ein Schippchen zu schlagen. Auch der Tierpark Neumünster ist Mitglied dieser Netzwerke, in denen für die Partner strenge Auflagen im Hinblick auf Haltung und Zucht gelten.

Zu den Programmen, an denen der Tierpark teilnimmt, gehören zum Beispiel die Braun- und Eisbären, aber auch bei den Humboldt-Pinguinen und den Ottern sind die Neumünsteraner erfolgreich gesetzt. „Wir haben viele Tiere in Anfrage. So ging zum Beispiel ein Otter von uns nach Belfast, und auch nach Korea sind schon Tiere umgesiedelt worden“, berichtete Verena Kaspari dazu nicht ohne Stolz.

Als Grundsatz gilt im Tierpark dennoch ebenfalls immer der Grundsatz, dass auch alte Tiere, wie zum Beispiel die 31 Jahre alte Braunbärin „Püppi“, hier gehegt und gepflegt werden, solange es ethisch und medizinisch möglich sei. „Das ist eine Verantwortung, die man als Einrichtung dem Tier gegenüber übernimmt. Und der muss man sich uneingeschränkt stellen“, erklärte die Tierparkchefin überzeugt.

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