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Optimale Ernährung stabilisiert gegen Krankheiten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gefragt ist meistens auch ein Wandel der Gewohnheiten: Körperliche Bewegung baut Muskelmasse auf, erhöht die Mobilität und gehört zum Genesungsplan

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 16:34 Uhr

Wenn Patienten aufgrund von Krankheiten an Über- oder Untergewicht leiden, zu hohe Cholesterinwerte haben oder ihr Immunsystem geschwächt ist – dann könnte das in Neumünster ein Fall für das Ernährungsteam des Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK) sein. Die Ernährungswissenschaftlerin Petra Reibnagel, Ernährungsmediziner Markus Jepsen und die Diätassistentinnen Fenja Montag und Martina Düsing sind ein eingespieltes Team. Das FEK-Ernährungsteam berät in allen Fragen rund um die Ernährung mit dem Schwerpunkt auf Mangelerkrankungen.

„Bei plötzlichem Gewichtsverlust beispielsweise durch eine Darm- oder Magen-Operation, bei Krebs oder chronisch entzündlichen Darmkrankheiten geht Muskulatur verloren, die Menschen sind weniger mobil. Wir stellen je nach Ernährungszustand entsprechende Empfehlungen zusammen, um die Ernährung zu optimieren“, sagt Petra Reibnagel. Auch auf dem Gebiet der klassischen Ernährungsberatung wie Unter- oder Übergewicht durch Adipositas oder Fettstoffwechselstörungen empfehlen sie den Patienten, welche Ernährung hilft, Pfunde zuzulegen oder zu verlieren. Beim Feststellen des Status Quo und der Entwicklung des Patienten im weiteren Verlauf hilft die Bioelektrische Impedanz-Analyse. Sie stellt das Verhältnis von Muskulatur, Fett und Wasser im Körper fest, zeigt so an, auf welches Ziel die Patienten ihr Augenmerk richten müssen. Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren sind die Patienten selbst. „Sie müssen mitarbeiten, denn es ist mehr als nur eine Ernährungsumstellung, sondern eine Änderung des Lebensstils“, betont die Ernährungswissenschaftlerin. Daher ist am Anfang eine Anamnese wichtig: Warum isst der Patient zu wenig oder zu viel? Aus welcher Situation heraus tut er das – Stress, Kompensation, Langeweile, Appetitlosigkeit? Falls ein Mensch an Übergewicht leidet, hilft neben medizinischer Behandlung die Analyse der Ursachen für den Griff nach der Schokolade oder den Chips. „Wenn man es zum Beispiel schafft, in einer stressigen Situation statt zu essen einen Spaziergang zu machen, ist das schon ein Erfolg“, so Petra Reibnagel. Das Ziel bei Gewichtsabnahme ist, dass die Patienten das Essen bewusst und mit Genuss zu sich nehmen. „So stellt sich der Sättigungseffekt richtig ein – denn wer zu schnell isst, hat schon zuviel gegessen, bevor der Magen diesen Effekt signalisiert“, erklärt die FEK-Mitarbeiterin. Als Empfehlung gilt bei Übergewicht, Arterienverkalkung, Bluthochdruck und Gicht das Konzept der Ernährungspyramide: Mineralwasser und Saftschorlen täglich mindestens 1,5 Liter, Vollkornprodukte mehrmals täglich, ebenso Obst und Gemüse, Milch und Milchprodukte zweimal täglich. Tierische Fette und Süßigkeiten sind so gut wie tabu. Das Wichtigste: regelmäßige körperliche Aktivität wie Spazierengehen, Schwimmen oder Walking. Beim umgekehrten Fall – Untergewicht bei Osteoporose – hilft die Ernährung, das System wieder aufzubauen.

Das Team berät ausschließlich FEK-Patienten. Informationen finden sich aber auch im Internet, etwa auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (www.dge.de).

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