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Mensch des Jahres : „Opa Peter“ erklärt Kindern die Natur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kandidatenporträt: Peter Wöhlk (69) führt durch Schrebergärten und die Alte Obstwiese

von
erstellt am 29.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Peter Wöhlk (69) beackert eine Kleingartenparzelle in der Anlage Störbrücke. „Das ist mein grünes Wohnzimmer“, sagt der Rentner, der mit seiner Frau Verena in einer Etagenwohnung in Ruthenberg wohnt. Seine Liebe zur Natur ist ansteckend: Seit elf Jahren führt Wöhlk ungezählte Kinder aus Kitas, Schulen und Kirchengemeinden durch die Kleingartenanlage und die Alte Obstwiese an der Kieler Straße, um auch die Lütten für die Natur und das Gärtnern zu begeistern.

„Wenn man die strahlenden Kinderaugen sieht, dann merkt man: Das ist eine sinnvolle Sache“, sagt Wöhlk. Viele Stadtkinder kennen heute nur Beton und Asphalt. „Dass man mit den Händen auch in der Erde rumwühlen und etwas wachsen und gedeihen lassen kann, wissen viele Kinder nicht“, sagt er. Auf der Obstwiese wurde er schon gefragt, wo denn der Pommes-Baum stehe.

Der Arbeitskreis Alte Obstwiese hegt und pflegt die gut drei Hektar große städtische Streuobstwiese an der Kieler Straße. Peter Wöhlk engagiert sich dort im Vorstand seit 2006. Der Arbeitskreis bietet Baumschnittkurse und Führungen für Erwachsene und Kinder an. „Für die heiße ich nur ‚Apfel-Opa‘ oder ‚Apfel-Peter‘“, sagt Wöhlk.

Er organisiert dort Obstbaum-Rallyes für die Kinder, pflanzt mit ihnen Bäume und kommt für seine umweltpädagogischen Kurse auch in die Kitas, Schulen und Schulgärten – ehrenamtlich ohne Salär, versteht sich. „Dabei bin ich noch nicht einmal Pädagoge“, sagt der gelernte Kaufmann bescheiden.

Die Dankesschreiben zeigen, dass man in den Schulen seine Arbeit sehr hoch schätzt. „Eigentlich, lieber Peter, hast du uns das Leben gelehrt: Gehe mit der Natur sorgsam und pfleglich um, dann wirst du das, was sie dir gibt, auch genießen können“, heißt es etwa darin zum Lernort Obstwiese. Oder: „Wir sind Pate eines Apfelbaumes, und der ‚Rote Eiser‘ wird den Kindern immer im Gedächtnis bleiben – viel mehr als vieles, was wir in der Schule für wichtig hielten.“

Auch auf Schrebers Spuren können die Kinder viel lernen. Im April luden Verena und Peter Wöhlk die Kinder der Kita Volkshaus zum Kartoffeln pflanzen in die Anlage an der Störbrücke ein. Im Sommer wurde mit einem Kartoffelfest die Ernte eingefahren und auch gleich verputzt. Es gab Kartoffelpuffer, selbst geröstete Pommes, Kartoffelecken und auch Saft von der Obstwiese. Für die Aktion hat die Kleingartengemeinschaft extra und kostenlos eine eigene Parzelle zur Verfügung gestellt. Das ist natürlich die beste Nachwuchswerbung für die Kleingärtner.

Die Liebe zur Natur und die Passion fürs Gärtnern hat Peter Wöhlk auch seinen Kindern und den fünf Enkeln mitgegeben. „In den Ferien sind sie oft alle fünf bei uns und lassen sich Natur, Garten, Kräuter und essbare Blumen erklären“, sagt Wöhlk. Er ist auch begeisterter Motorradfahrer: „Ich bin ein alter Biker und fahre seit 52 Jahren unfallfrei und ohne Punkte in Flensburg.“

Im kommenden Jahr hat Peter Wöhlk erneut eine Kartoffel-Pflanzaktion geplant. Außerdem soll ein großes Kürbisfest im Schrebergarten gefeiert werden. Und natürlich wird „Opa Peter“ wieder viele Führungen über die Obstwiese für Kitas, Schulen und Kirchengemeinden anbieten. Kontakt-Tel.: 0176-63848138.

Aktion Mensch des Jahres:

Peter Wöhlk  ist einer von vieren und einer von vielen –  „Helden des Alltags“ im allerbesten Wortsinne.   Jahr für Jahr engagieren sich sehr, sehr viele Bürger aus Neumünster und dem Umland  ehrenamtlich  für unser Gemeinwesen. Vier von ihnen hat  die Redaktion des Holsteinischen Couriers für den Titel „Mensch des Jahres 2013“ nominiert.

 Seit 2002 zeichnet  der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag  (sh:z) das herausragende  Engagement  besonders aktiver  Persönlichkeiten aus unserem Land  mit dem Titel „Mensch des Jahres“ aus, gewählt  von den Zeitungslesern. Und die Beteiligung an dieser Aktion ist jedes Mal enorm groß. Die Courier-Redaktion startet heute  zum dritten Mal  eine eigene, regionale (Vor-)Wahl. Die 15 Sieger aus dem ganzen Land machen dann unter sich den Landesieger aus.

Vier Kandidaten sind für die Auszeichnung nominiert, von denen jeder einzelne für  beherztes, langjähriges oder ungewöhnliches Engagement steht. Die Redaktion möchte allein schon die Nominierung als Anerkennung verstanden wissen: Jeder Kandidat hätte es verdient, den Titel  zu bekommen. Und klar ist auch, dass alle besonders engagierten Menschen nicht in einem luftleeren Raum agieren, sondern fast immer in einem Netzwerk eingebunden sind. Sie haben also Mitstreiter, deren Leistung durch die Nominierung ebenfalls gewürdigt werden soll.

Im vergangenen Jahr wurde Henning Möbius mit dem Titel „Mensch des Jahres“ von Neumünster ausgezeichnet. Er wurde für sein Engagement gegen rechtsextreme Umtriebe ausgezeichnet. 2011 ging Lars  Thullesen als Sieger hervor: Er konnte mit seinem Nachhilfeprojekt „Grundstein“ überzeugen. Thullesen  ermöglicht   Hauptschülern einen kostenlosen Nachhilfeunterricht.

Wer als „Mensch des Jahres 2013“ des Couriers am Landesfinale teilnimmt, haben die Leser in der Hand. In dieser Woche stellt die Redaktion täglich einen der vier Kandidaten ausführlich vor, und anschließend startet die Abstimmung auf verschiedenen Kanälen. Ausschließlich das Votum der Leser entscheidet über den Sieger.

 

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