Neumünster : Onkolotsen navigieren durch den Info-Dschungel

Andrea Krull, die Gründerin der Selbsthilfegruppe für an Eierstockkrebs Erkrankte, ist selbst ausgebildete Onkolotsin und hat das Fortbildungsprojekt erstmals nach Neumünster geholt.
Andrea Krull, die Gründerin der Selbsthilfegruppe für an Eierstockkrebs Erkrankte, ist selbst ausgebildete Onkolotsin und hat das Fortbildungsprojekt erstmals nach Neumünster geholt.

Selbsthilfegruppen-Leiterin Andrea Krull holt die Fortbildung erstmals nach Neumünster

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02. Mai 2018, 12:00 Uhr

Neumünster | Wenn ein Mensch an Krebs erkrankt, ist das ein Schicksalsschlag – und es ist nicht einfach, im Dschungel von Paragraphen und Therapien zu erkennen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und wie es weiter geht. In dieser Situation stehen Onkolotsen den Betroffenen zur Seite – eine noch nicht so verbreitete Ausbildung, die jetzt auch in Neumünster angeboten wird. Andrea Krull (52), die Gründerin der bundesweiten Selbsthilfegruppe für von Eierstockkrebs Betroffene (www.ovarsh.de), bietet diese Qualifizierung in Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Praxisnetz an. Veranstalter ist die Sächsische Krebsgesellschaft.

„Diese Fortbildung wendet sich an Krankenschwestern aus niedergelassenen Praxen, medizinischen Versorgungszentren oder Krankenhäusern sowie weitere in der Onkologie tätige Fachkräfte, Mitarbeiter aus Apotheken, Arzthelferinnen, Psychologen, Krankenkassenmitarbeiter und andere mit der Onkologie befasste Berufe“, erklärt sie. Am 24. Mai startet die berufsbegleitende Qualifizierung, bei der die Teilnehmer befähigt werden, Krebspatienten und Angehörigen umfassend zu helfen und zu begleiten, die richtigen Informationen und Versorgungsangebote zu finden sowie ein offenes Ohr zu haben.

Onkolotsen sind Ansprechpartner für an Krebs erkrankte Patienten sowie für deren Angehörige. Sie informieren und helfen durch die vielen Fragen der Erkrankung und lotsen Betroffene und Angehörige durch das komplexe Gesundheitssystem. Bei einer Krebserkrankung ist es besonders wichtig, gut informiert in die verschiedenen Arztgespräche, Therapien und Nachsorgebehandlungen zu gehen. Angehörige und Freunde können dies nicht immer durchgängig leisten, stehen sie doch oft selbst unter Schock.

Onkolotsen stehen den an Krebs erkrankten Patienten und deren Angehörigen zuverlässig bei allen Fragen und Belangen zu ihrer Erkrankung und deren vielfältigen Folgen zur Verfügung und helfen ihnen so, sich besser mit der neuen Lebenssituation zurecht zu finden. Von Onkolotsen betreute Patienten werden außerdem über ihre Rechte informiert und können so besser eigenverantwortlich agieren. Themen sind auch Ernährung, Sozialangelegenheiten und Krankenkassenleistungen. „So werden die Patienten noch individueller betreut“, sagt Andrea Krull.

Anmeldeschluss für die Fortbildung ist Freitag, 4. Mai. Die Kosten betragen 1995 Euro; für die Fortbildung können sich die Teilnehmer freistellen lassen. Die Fortbildung umfasst sechs Workshops (130 Stunden). Alle Informationen gibt es im Internet (www.eskd.de/onkolotse), bei der Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein. Ansprechpartner sind A. Holling, Tel. 695 94 20 (E-Mail: a.holling@mpn-nms.de) und Andrea Krull, Tel. 0172 /430 35 42 (E-Mail: info@onkolotse-nms.de).

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