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Jugendaustausch : Olympia 2024 in der Holstenhalle?

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Delegation aus Japan schaut sich Sportstätten und Trainingsmöglichkeiten in Neumünster an. Schleswig-Holsteinischer Karateverband plant Freundschaftsbesuche junger Sportler

Neumünster | Hamburg und Schleswig-Holstein laden 2024 zu den Olympischen Sommerspiele ein – und einige der interessantesten Karatewettkämpfe finden in der Holstenhalle statt. – Noch ist das ein Traum, aber Wolfgang Hagge, Präsident des Karateverbandes Schleswig-Holstein, hält ihn durchaus für realistisch. Gemeinsam mit einer hochrangigen Delegation aus Japan schlug der Neumünsteraner dafür gestern den ersten Nagel ein.

Einen halben Tag lang nahmen sich die vier Sportfunktionäre und Politiker aus der japanischen Präfektur Saga gestern nach einem kurzem Empfang durch Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras Zeit, um in Neumünster Sportstätten, Trainings- und Unterbringungsmöglichkeiten auf ihre Olympia-Tauglichkeit hin zu prüfen. Unter anderem inspizierten die Besucher aus Japan die Holstenhallen, die KSV-Halle, das Kiek In und mehrere Hotels der Stadt. Der Karateverband, der die Gäste aus dem fernen Osten dabei begleitete, nutzte die Gelegenheit, um seine Einladung zu freundschaftlichen Judo- und Karatewettkämpfen mit deutschen und japanischen Sportlern zu untermauern.

Erste Kontakte hatten die Schleswig-Holsteiner im vergangenen Jahr in Japan geknüpft. Niederländische, spanische und deutsche Judo- und Karatefunktionäre hatten sich in der Präfektur Saga – rund 1000 Kilometer südwestlich von Tokio – nach Trainingsquartieren für ihre Olympia-Teilnehmer 2020 umgeschaut. Wolfgang Hagge, selbst ehemaliger Karate-Europameister, hofft, dass bis dahin neben Judo auch Karate als olympische Disziplin anerkannt ist. Als Gastgeberland darf Japan nach den neuen olympischen Statuten zwei Sportarten zu olympischen Wettbewerben machen. Die erste dürfte wegen der ungeheuren Popularität im Lande Baseball sein, aber auch Karate hat im Land der aufgehenden Sonne eine starke Lobby. Sollte Hamburg dann für 2024 den Zuschlag für die Spiele erhalten, seien vereinzelte Wettbewerbe in Neumünster durchaus denkbar, hofft Sportfunktionär Wolfgang Hagge.

Bis es soweit ist, sollen die freundschaftlichen Bande auf (sportlich) unterer Ebene schon einmal kräftig gestärkt werden. Makato Shirai, Kultur- und Sportdezernent der rund 230 000 Einwohner zählenden Präfektur Saga, bedankte sich beim Empfang in den Holstenhallen für die freundliche Aufnahme und regte vor allem den gegenseitigen Austausch gerade junger Sportler zwischen 16 und 18 Jahren an. Die müssten keineswegs auf Karate und Judo beschränkt bleiben – auch Saga habe beispielsweise Segel- und Kanu-Reviere und junge Menschen, die sich für diesen Sport engagierten.

Der Grundstein für den Jugendaustausch ist bereits gelegt: Noch in diesem Dezember will der Karateverband Schleswig-Holstein drei erfolgreiche junge Karateka auf Freundschaftsbesuch nach Japan entsenden.

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erstellt am 03.Sep.2015 | 09:00 Uhr

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