OB-Wahl in Neumünster : Olaf Tauras verpasst die absolute Mehrheit und muss noch einmal bangen

Dr. Olaf Tauras konnte bei der Wahl die meisten Stimmen gewinnen, für die absolute Mehrheit reichte es aber nicht. Das Bild entstand im Homeoffice, da der Verwaltungschef in freiwilliger Corona-Quarantäne ist.

Dr. Olaf Tauras konnte bei der Wahl die meisten Stimmen gewinnen, für die absolute Mehrheit reichte es aber nicht. Das Bild entstand im Homeoffice, da der Verwaltungschef in freiwilliger Corona-Quarantäne ist.

Der Amtsinhaber erreichte 40,6 Prozent der Stimmen und muss mit Tobias Bergmann (SPD) in die Stichwahl.

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09. Mai 2021, 21:04 Uhr

Die Oberbürgermeisterwahl in Neumünster geht in eine zweite Runde. Den ersten Wahlgang gestern konnte Amtsinhaber Dr. Olaf Tauras zwar mit deutlichem Vorsprung für sich entscheiden, doch mit 40,6 Prozent der Stimmen reichte es nicht zur absoluten Mehrheit, die notwendig gewesen wäre, um eine Stichwahl zu vermeiden. In dieser wird Tauras, der von der CDU unterstützt wird, gegen SPD-Herausforderer Tobias Bergmann antreten. Der ehemalige Präses der Handelskammer zu Hamburg vereinte 26,9 Prozent der Stimmen auf sich.

Liveticker: Hier können Sie noch einmal den Wahlabend nachvollziehen 

Wahl in Pandemie-Zeiten

Fünf Kandidaten waren zu der Wahl angetreten, die aufgrund der Corona-Pandemie unter besonderen Vorzeichen stattfand. Mit 22,3 Prozent der Stimmen verpasste der Stadtteilvorsteher von Einfeld, Sven Radestock (Bündnis 90/Die Grünen), die Stichwahl ebenso wie der unabhängige Kandidat Memet Celik (7,1 Prozent) und der NPD-Ratsherr und -Landesvorsitzende Mark Proch (3,1 Prozent).

CDU-Querelen als Problem?

Olaf Tauras hatte sich eigentlich frühzeitig gegen eine Kandidatur für eine dritte Amtszeit entschieden. Doch nachdem die CDU-Kandidatin Jutta Schlemmer nach kurzer Zeit aus familiären Gründen, wie es offiziell hieß, das Handtuch geworfen hatte, entschied er sich um. Weil es aufgrund der Pandemie zeitlich nicht mehr zu einem Nominierungsparteitag reichte, trat Tauras formal als unabhängiger Kandidat an. Sowohl in der eigenen Partei als auch von außen wurde dieser Kurs kritisiert. Möglicherweise führte das dazu, dass Tauras fast 20 Prozentpunkte weniger einfuhr als vor sechs Jahren, als er im ersten Wahlgang triumphierte.

Tobias Bergmann verfolgte aus dem SPD-Büro am Großflecken die Wahl.
Gunda Meyer

Tobias Bergmann verfolgte aus dem SPD-Büro am Großflecken die Wahl.

 

Anders als bei der CDU konnte die SPD mit Tobias Bergmann einen unumstrittenen Kandidaten präsentieren, der allerdings als einziger Bewerber nicht aus Neumünster stammt. Wie die anderen Kandidaten musste der als Hamburger „Kammerrebell“ bekannt gewordene Unternehmer viele Wahlkampf-Termine virtuell bestreiten, kein Vorteil, um sich bekannt zu machen. Mit 26,9 Prozent der Stimmen bewahrt er der SPD die Chance, ihre einstige Hochburg Neumünster zurückzuerobern. Tauras hatte die 63-jährige Dominanz der Sozialdemokraten 2009 durchbrochen.

Wahlbeteiligung höher als bei der vergangenen OB-Wahl

Beobachter hatten auch Sven Radestock Chancen auf den Einzug in die Stichwahl zugesprochen. Memet Celik, der unter erschwerten Pandemie-Bedingungen einen engagierten Wahlkampf führte, gelang mit 7,1 Prozent ein Achtungserfolg.

Die Wahlbeteiligung betrug 39,9 Prozent; vor sechs Jahren lag sie bei 34,5 Prozent.

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