Neues Angebot in der Innenstadt : Offenes Wlan-Netz besteht Praxistest

30 Minuten gratis im Internet surfen kann man auf dem Großflecken. Dort wurde einer von drei öffentlichen Hotspots  eingerichtet.
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30 Minuten gratis im Internet surfen kann man auf dem Großflecken. Dort wurde einer von drei öffentlichen Hotspots eingerichtet.

30 Minuten können Neumünsteraner kostenfrei in der Innenstadt im Internet surfen. Der Courier hat drei neue Hotspots getestet.

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04. Juni 2014, 06:30 Uhr

Neumünster | Dienstagmittag auf dem Großflecken: Es herrscht großes Gewusel. Die Menschen strömen zum Wochenmarkt, in die Mittagspause – und ins Internet. Das Smartphone ist für viele zum ständigen Begleiter geworden. Ein Selbstversuch auf dem Großflecken zeigt: Um schnell die Nachrichten zu checken oder Mails zu lesen, braucht man in der Innenstadt eigentlich gar kein Handynetz mehr. Der Grund: Es gibt zahlreiche Hotspots. Der Courier hat das neueste Angebot getestet.

Hotspots sind öffentliche Internetverbindungen per Wlan („Wireless Local Area Network“ - „drahtloses lokales Netzwerk“). Die meisten werden privat von Gastronomiebetrieben angeboten und verlangen ein Passwort. Das bekommt man meistens bei der Kaffeebestellung gratis dazu. Seit kurzem gibt es aber auch drei öffentliche Internetverbindungen ohne Verschlüsselung. Das Unternehmen Kabel Deutschland hat sein deutschlandweites Hotspot-Netz um 200 auf 800 Zugangspunkte erweitert. Kostenloses Surfen ist jetzt auch am Gänsemarkt (Ecke Christianstraße), am Großflecken (Höhe Post-Passage) und am Kleinflecken (Ecke Mühlenbrücke) möglich. Nutzer von Smartphones, Tablets und Notebooks bekommen einen Internetzugang in Festnetzqualität, heißt es in einer Pressemitteilung. Und zwar „ohne sich umständlich registrieren zu müssen“.

Erstes Testergebnis: Das stimmt. Über die Wlan-Suche wird das Netz „30 Min Free Wifi“ ausgewählt. Steht die Verbindung, kann man eine beliebige Webseite aufrufen. Im Courier-Test tauchte an dieser Stelle meistens eine Fehlermeldung auf: „Die Seite kann nicht angezeigt werden“. Kein Grund zur Beunruhigung! Aktualisiert man das Fenster nochmal, öffnet sich eine Seite von Kabel Deutschland mit der Option „Surfen ohne Login“. Die Nutzungs- und Sicherheitsbedingungen müssen noch akzeptiert werden. Beim Klick auf den „Weiter“-Button schnellt die Anzeige der Verbindungsqualität dann endlich auf volle Leistung.

Bei der Konkurrenz ist das komplizierter. Auch die Deutsche Telekom hat bereits verschiedene Zugänge im Stadtgebiet geschaffen. Um sie zu nutzen, muss man aber entweder bereits Kunde sein oder einen Tagespass kaufen.

Wir tippen shz.de ein. Die Homepage des Couriers baut sich zügig auf. Die Nachrichten lassen sich also problemlos unterwegs auf dem Großflecken lesen.

Nächster Versuch auf dem Kleinflecken: Eine Herausforderung für das öffentliche Internet könnten Videos sein. Aber auch die laufen trotz ihrer Dateigröße flüssig – zumindest, wenn man in der Nähe des Verteilerkasten steht. Das Netz ist zwar im Radius von 150 Metern rund um den Hotspot verfügbar, am Rand nimmt die Signalstärke aber deutlich ab. Von 100 Mbit pro Sekunde kann da keine Rede mehr sein.

Als wir auf dem Gänsemarkt ankommen, zeigt uns das Handy an: „Noch 21 von 30 Freiminuten“. Nach zehn Minuten Inaktivität wird man automatisch abgemeldet. Zeit zum E-Mails Lesen bleibt.

Aber aufgepasst! Grundsätzlich ist bei öffentlichen Internetverbindungen immer Vorsicht geboten. Am besten surfen Nutzer den Experten zufolge so, als würde jemand hinter ihnen stehen und mit auf das Display blicken – auch bei den Kabel-Deutschland-Hotspots. Denn die drahtlose Verbindung erfolgt ohne eine Sicherheitsverschlüsselung. Auf Online-Banking und die Übermittlung vertraulicher Dokumente sollte man lieber verzichten. Sensible Daten sollten –wenn überhaupt – nur über verschlüsselte Verbindungen gesendet werden. Das gelingt, indem man nur SSL-gesicherte Webseiten mit der Abkürzung „https“ statt „http“ eingibt.

Fazit: 30 Minuten reichen, um in der Mittagspause kurz die Nachrichtenlage zu sichten, ohne das Datenvolumen des Handyvertrages zu schmälern. Fotos von den Bauarbeiten für die Holsten-Galerie können problemlos an Freunde verschickt werden. Sogar Videos laufen einwandfrei. Wer mehr als die kostenfreie halbe Stunde am Tag surfen will, muss allerdings zahlen. Wie die Telekom auch, bietet Kabel Deutschland so genannte Hotspot-Flatrates an.

Bei all dem Surf-Spaß sollte man die Datensicherheit aber nicht außer Acht lassen und sich darüber bewusst sein, dass auch Kabel Deutschland ein Ziel verfolgt: Nämlich neue Kunden für sich zu gewinnen.

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