Boostedt : Offene Jugendarbeit trägt erste Früchte

Etwa ein Dutzend Jugendliche nutzt den Jugendtreff im Boostedter Sportlerheim. Für den Ausbau des offenen Angebotes setzt die Leiterin Heinke Juds-Karow (Zweite von links) auch auf ihre guten Kontakte vor Ort.
Etwa ein Dutzend Jugendliche nutzt den Jugendtreff im Boostedter Sportlerheim. Für den Ausbau des offenen Angebotes setzt die Leiterin Heinke Juds-Karow (Zweite von links) auch auf ihre guten Kontakte vor Ort.

Heinke Juds-Karow setzt bei der Jugendarbeit in Boostedt auf ihre guten Kontakte / Treff ist kein Raum zum „Abhängen“

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07. März 2014, 06:30 Uhr

Mit Heinke Juds-Karow hat die Gemeinde Boostedt für die Leitung der offenen Jugendarbeit seit Mai vergangenen Jahres eine Mitarbeiterin, die sich im Dorf bestens auskennt. Die gebürtige Boostedterin nutzt seitdem ihre guten Kontakte, um das Angebot im Keller des Sportheims publik zu machen. Zudem ist sie dabei, ein Aktionsprogramm, gemeinsam mit anderen örtlichen Gruppen, auf den Weg zu bringen.

„Da ich im Dorf alle und alles kenne und auch in der Schule arbeitete, treffe ich die Ansprechpartner an allen Ecken. So ergibt sich ein reger Austausch und dies schlägt sich natürlich auch in den Projekten der Jugendarbeit nieder“, erzählt die dreifache Mutter und langjährige Jugendtenniswartin mit Begeisterung. In der Boostedter Schule ist sie in der offenen Ganztagsschule engagiert, doch Heinke Juds-Karows Hauptjob ist mit 19,5 Stunden pro Woche die offene Jugendarbeit.

Unterstützt wird die 49-Jährige in ihren Aufgaben vom sozialen Arbeitskreis. Und auch bei den Kommunalpolitikern stieß ihr erster Bericht im Ausschuss für Jugend, Sport, Senioren und Soziales auf reges Interesse und lobende Worte. Dies war nicht immer so. Denn bereits seit zehn Jahren bemüht sich der soziale Arbeitskreis um die offene Jugendarbeit in Boostedt.

„Es geht beim offenen Angebot nicht darum, einen Raum zum ,Abhängen’ zur Verfügung zu stellen. Vielmehr ist das Konzept darauf ausgerichtet, Kindern und Jugendlichen, die in der Gemeinde nicht so stark integriert sind, die Möglichkeit zu geben, sich zwanglos mit den Angeboten vertraut zu machen, erläuterte dazu Hartwig Puhlmann, Sprecher des sozialen Arbeitskreises.

„Wir haben hier schon einiges erreicht. Doch in der Politik fehlte lange Zeit die Überzeugung für eine solche Einrichtung. Wir mussten da immer wieder den Finger in die Wunde legen. Heute ist es allerdings schon deutlich leichter, Gehör zu finden“, erklärte er weiter.

Den Ansatz der Integration verfolgt auch Heinke Juds-Karow. Gemeinsam mit den Jugendlichen wurde zum Beispiel schon eine gut besuchte Kinderfaschingsparty ausgerichtet (der Courier berichtete). „Das hat den Kindern so viel Spaß gemacht, dass weitere Veranstaltungen und Workshops bereits in Planung sind“, berichtete sie.

„Wir haben hier auf dem Sportplatz einen optimalen Standort. Ich möchte diesem Raum mit Leben füllen. Gemeinsam mit den anderen Angeboten trägt die offene Jugendarbeit dazu bei, das Netzwerk unter den Vereinen und Institution zu optimieren. Und für die Jugendlichen soll es ein Ort sein, an dem sie sich zwanglos treffen können“, erklärte Juds-Karow ihre Ziele.

Dreimal wöchentlich ist der Raum unter dem Sportheim nun für junge Besucher im Alter von zwölf bis 16 Jahren geöffnet. Doch es gibt noch Wünsche für dessen Ausstattung, die das Budget in Höhe von 2000 Euro jährlich nicht hergibt. „Computer und ein Internetanschluss wären natürlich toll. Auch über einen Wasseranschluss und neue Möbel würden wir uns freuen“, zählte sie auf.
Zusätzlich sei auch die umfassende Renovierung des Kellers wirklich fällig. „Der Raum ist einfach abgewohnt. Für eine erfolgreiche Arbeit braucht es jedoch auch ein positives Umfeld, das den Jugendlichen zeigt, dass sie geschätzt sind“, argumentierte Heinke Juds-Karow abschließend.


Der Jugendtreff im Keller des Sportlerheims an der Bahnhofstraße 56 in Boostedt hat montags und mittwochs von 16 bis 18 Uhr sowie freitags ab 15 Uhr geöffnet.

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