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H&M-Filiale in Neumünster : Öffentliches Stillen sorgt für Aufregung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei H&M in der Holsten-Galerie soll einer Mutter das Stillen im Verkaufsraum verboten worden sein. Das Unternehmen bedauert den Vorfall.

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erstellt am 14.Apr.2016 | 09:30 Uhr

Neumünster | Auf der Facebook-Seite der Einzelhandelskette H&M schlagen die Wellen derzeit hoch. Eine Nutzerin hatte dort im Auftrag ihrer Freundin einen Eintrag hinterlassen, in dem diese herbe Kritik an die H&M-Filiale in der Holsten-Galerie richtet. Der Mutter von vier Kindern sei untersagt worden, ihr Baby im Verkaufsraum zu stillen.

„Meine vier Kinder und ich kauften dort ein, und nach einer Weile stillte ich meine jüngste Tochter. Plötzlich sprach mich eine Mitarbeiterin an, ich dürfe das hier nicht. Ich solle aufhören oder dafür in den Wickelraum gehen, weil andere Kunden sich gestört fühlen könnten“, heißt es in dem Eintrag. Das Angebot der Verkäuferin wollte die Mutter nicht nutzen, „da ich noch drei weitere Kinder und einen Kinderwagen dabei hatte und nicht in dem Raum stillen möchte, der primär fürs Wickeln und die damit entstehende Geruchsentwicklung vorgesehen ist.“ Erst als die Mutter ankündigte, die Filiale umgehend zu verlassen, sei ihr das Stillen im Verkaufsraum gestattet worden.

Bei zahlreichen Facebook-Nutzern stößt der Sachverhalt auf Unverständnis. „Stillen ist die normale Form der Ernährung für Säuglinge. Kein Mensch nimmt freiwillig sein Essen auf dem Klo beziehungsweise Wickelraum ein, warum sollte ein Kind das müssen?“, fragt „Katja Mamutsch“. „Jes Si“ schreibt: „Stillen ist das Natürlichste auf der Welt, und trotzdem werden in der heutigen Zeit, wo einem in jeder zweiten Werbung halbnackte Frauen entgegenspringen, Mütter des Platzes verwiesen, weil sie ihr hungriges Baby füttern?“

Doch es gibt auch andere Meinungen: „Ich selbst stille auch, würde aber nicht auf die Idee kommen, stillend durch ein Geschäft zu laufen. Mich persönlich stört der Anblick nicht, aber da ich nicht allein auf dieser Welt lebe und versuche, anderen mit Respekt zu begegnen, würde ich ohne Tuch schon mal gar nicht in der Öffentlichkeit stillen. Es gibt immer welche, die sich gestört fühlen“, kommentiert „Jessie Eszeha“.

H&M hat sich inzwischen zu dem Thema geäußert. Das Unternehmen bedauerte den Vorfall und kündigte an, sowohl Kontakt zu der Mutter als auch zu den Mitarbeitern der Filiale aufzunehmen zu wollen. „Der Wickel- und Stillraum ist ein freiwilliges Angebot für unsere Mamas, sich in Ruhe um ihre Babys kümmern zu können. Von den meisten Müttern wird dies auch gerne angenommen. Aber natürlich steht es jeder Mutter frei, wo sie ihr Baby stillen möchte, und H&M legt auch hierfür keine Richtlinie in den Geschäften fest“, heißt es in der öffentlichen Stellungnahme.

Auch Christian Langsdorff, Center-Manager der Holsten-Galerie, sieht kein Problem darin, wenn Mütter ihre Kinder in der Öffentlichkeit stillen: „Sowohl im Center als auch auf der Fläche von H&M gibt es Wickelräume, die von den Kunden genutzt werden können. Es gibt allerdings kein Verbot, außerhalb dieser Räume zu stillen. Das Stillen ist für Mütter sowohl in der Holsten-Galerie als auch in den einzelnen Shops möglich. “

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