zur Navigation springen

Flüchtlinge : OB soll schnell Mitarbeiter einstellen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mehr als 300 minderjährige Flüchtlinge brauchen einen Amtsvormund. Das überfordert die Verwaltung.

Neumünster | Die Ratsversammlung soll Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras dazu ermächtigen, auch kurzfristig zusätzliche Mitarbeiter für Amtsvormundschaften einzustellen, wenn die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge weiter steigt. Der Hauptausschuss hat den ersten Schritt in diese Richtung am Dienstagabend gemacht, und der Rat wird (voraussichtlich) am 15. September zustimmen.

Immer weiter wächst die Zahl der jungen Flüchtlinge, die ohne Eltern kommen und laut Gesetz von Amtsvormündern betreut werden müssen. Dafür stehen im Rathaus 5,6 Planstellen zur Verfügung. Eine Vollzeitkraft muss bis zu 50 Flüchtlinge betreuen, was eine theoretische Kapazität von 280 Fällen bedeutet. Mitte August lebten aber bereits 313 in Neumünster.

Darum legten OB Tauras und Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth dem Ausschuss kurzfristig diesen Antrag vor, der nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Der OB darf jeweils dann (befristet) eine neue Stelle schaffen, wenn die Kapazität um mindestens 30 Fälle überschritten wird. Als Sofortmaßnahme ist eine erste Stellenschaffung vorgesehen. Die kostet 69 000 Euro pro Jahr.

Die Stadt feilt weiter an ihrer Strategie für den Tourismus. Die Übernachtungszahlen haben sich zuletzt deutlich positiv entwickelt: 2014 zählte das Statistische Amt in Neumünster mehr als 154 000 Übernachtungen, was ein Plus von 12 Prozent zum Vorjahr bedeutete; 2013 waren die Zahlen bereits um 22 Prozent geklettert (der Courier berichtete). Bis zum Jahr 2025 peilt die Stadt nun 165 000 Übernachtungen an. Der touristische Bruttoumsatz soll von 95 Millionen Euro (2011) bis auf 125 Millionen Euro steigen. So sieht es die neue Tourismusstrategie vor.

Im Hauptausschuss stellte Uwe Döring (SPD) die Frage nach den Kosten. Zwar seien im Haushalt für die Tourismusförderung 200 000 Euro eingeplant, aber ein Gutachten hat jährliche Kosten von 420 000 Euro errechnet. „Wenn wir diese Strategie beschließen, geben wir dann auch die doppelten Kosten frei?“, fragte Döring – und erhielt von der Verwaltung keine klare Antwort. Die soll nun bis zur Ratssitzung nachgeliefert werden.

 

zur Startseite

von
erstellt am 03.Sep.2015 | 05:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen