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Rantzau-Kaserne : OB sieht Boostedter Pläne kritisch

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Große Logistikkonzerne haben Interesse, sich in der ehemaligen Rantzau-Kaserne anzusiedeln / Tauras: „Müssen Gewerbesteuer im Blick haben“

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | Die Stadt wird die Konversion der ehemaligen Rantzau-Kaserne in Boostedt mit Argusaugen begleiten. Das kündigte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras am Dienstagabend im Hauptausschuss nach Gesprächen mit seinem Boostedter Amtskollegen Hartmut König (CDU) an. So habe er gegen die zunächst geplante Entwicklung von gut zehn Hektar keine Einwände, sagte der Verwaltungschef. Die Tietje-Gruppe aus Itzehoe plant in einer ersten Phase bis zum Jahr 2019 die Ansiedlung eines Logistikunternehmens. Hinzukommen soll ein Gewerbepark für Umweltunternehmen und ein Neubau für die Feuerwehr (der Courier berichtete).

Aber: „Die Funktion der Kommunen muss klar sein“, so Tauras weiter. Neumünster sei ein Oberzentrum, Boostedt hingegen eine Gemeinde, die noch nicht einmal zentralörtliche Funktion habe. Das ist bei Ansiedlungen von Bedeutung. „Wir wollen die gewerbliche Entwicklung dort ermöglichen, müssen bei Ansiedlungen aber deren Größe und auch die Gewerbesteuer für uns im Blick haben“, machte der OB deutlich. Offenbar interessieren sich auch bekanntere Logistikkonzerne für eine etwa sechs Hektar große Fläche der ehemaligen Kaserne.

Tauras betonte weiter, gegen eine Gewerbefläche von 30 bis 40 Hektar werde er ein Votum abgeben. Das sei zu groß. Neumünster sitzt im Arbeitskreis Konversion mit am Tisch und darf dort mitstimmen. Dem sogenannten Rantzau-Campus mit chinesischer Beteiligung gibt Tauras nur wenig Chancen. „Die Ideen sind noch zu vage und unausgereift. Dazu habe ich mich in Boostedt nicht geäußert“, sagte er.

Bürgermeister Hartmut König erklärte vorgestern auf Courier-Nachfrage, die Logistikunternehmen, die Interesse zeigten, seien aus seiner Sichtweise „in jedem Fall seriös“. Zunächst einmal müsse aber die Tietje-Gruppe das entsprechende Gelände von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) kaufen. Die Verkaufsverhandlungen könnten sich hinziehen.

Er wandte sich zugleich gegen ein Kirchturmdenken in Neumünster: „Es darf keine imaginäre Grenze gezogen werden.“ Von Logistik-Ansiedlungen in seiner Gemeinde profitierten auch Neumünster und die gesamte Region. „Das bringt vor allem neue Arbeitskräfte und Kaufkraft“, erklärte König.

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