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Kinderbeteiligung : OB-Kandidatin Roeder will ein Jugendparlament

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

SPD will Kindern und Jugendlichen mehr Mitsprache einräumen / Torsten Albig: Demokratie muss man früh einüben

von
erstellt am 30.Apr.2015 | 07:00 Uhr

Neumünster | Wie kann man Kinder und Jugendliche stärker in demokratische Entscheidungen einbeziehen ? – Dieser Frage widmete die SPD Neumünster am Dienstagabend einen eigenen Zukunftsdialog. Auf Einladung von Parteispitze und Jusos diskutierten rund 70 SPD-Gänger, Erzieher, Jugend- und Jungpolitiker im Restaurant der Holstenhallen über Chancen und Wege, dem Nachwuchs mehr Mitsprache einzuräumen und sie so an gelebte Demokratie heranzuführen.

Wichtigstes Ergebnis: OB-Kandidatin Elke Christina Roeder will sich im Falle ihrer Wahl für die Etablierung eines ständigen Jugendparlaments einsetzen, um der nachwachsenden Generation dauerhaft eine Stimme bei politischen Entscheidungen zu geben. Die Jugend erhalte damit die Chance, sich in politische wie auch verwaltungstechnische Prozesse effektiv einzubringen, warb Roeder für das Jugendparlament.

Dass Kinderbeteiligung „kein Schnickschnack-Thema“ ist, machte Ministerpräsident Torsten Albig als Gast der Neumünsteraner in seiner Impulsrede klar: Um Politikverdrossenheit und dem Abgleiten auf extremistische Positionen entgegenzuwirken, gelte es „Demokratie so früh wie möglich einzuüben, bei allen Mühen und Schwierigkeiten, die uns daraus erwachsen“, sagte Albig.

Zwar gebe es für die Gemeinden bereits eine gesetzliche Verpflichtung, Kinder in angemessener Form zu beteiligen, dem werde allerdings noch immer viel zu oft nur unzureichend nachgekommen, kritisierte der Regierungschef: Einmal im Jahr ein Kinderparlament zu veranstalten sei noch kein angemessenes Format der Beteiligung, sagte Albig.

Dabei sieht man in der SPD durchaus gut Ansätze in der städtischen Kinder- und Jugendarbeit. Dietrich Mohr vom Jugendverband verweist auf gute Erfahrungen mit „Kita-Parlamenten“, in denen schon die Jüngsten zur Mitbestimmung erzogen werden. Leider werde dieser erfolgreiche Weg oft schon in der Schule wieder abgebrochen, bedauert Mohr, der als Erzieher die Kita Ruthenberger Rasselbande leitet: „Wenn die Schüler in der Klasse darüber abstimmen dürfen, ob die Klassenfahrt in den Schwarzwald oder doch lieber nach Berlin gehen soll, ist das noch keine echte Beteiligung“, kritisiert Mohr.

Neben der Forderung nach einem Jugendparlament will sich die SPD für eine breiteres Netzwerk von „Partipations-Kitas“ einsetzen. Darüber hinaus sollte die Kreisschülervertretung neu aufgestellt und durch einen kommunalen Vertrauenslehrer unterstützt werden, erklärte der Juso-Kreisvorsitzende Paul Weber.

OB-Kandidatin Elke Christina Roeder forderte die Demokratiebildung auf allen Bildungsebenen weiter voranzubringen – auch um Diskriminierung und Ausländerfeindlichkeit entgegenzuwirken.

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